Spalcke, Dr. Karl Emil

  

* 28. November 1891, Dresden

† 1. Juni 1967, Bensberg

BArch Pers 6/1834 im Jahr 1922 als Leutnant

BArch Pers 6/300672 als Generalmajor

 

Karl Spalcke war der uneheliche Sohn vom Schriftsetzer und späteren Kaufmann (Faktor) Alexander Hermann Eduard Spalke und der Putzmacherin Sophie Christiane Lina Elisabeth Lochhass. Seine Eltern heirateten erst am 29. September 1895 in Berlin. Am 20. November 1903 nahm sein Vater die Vaterschaft offiziell an. Den Berechtigungsschein zum Einjährig-Freiwilligen Dienst erwarb er am 5. April 1911. Er begann aber nach seinem Abitur am 12. September 1912 am Friedrichs-Gymnasium (Humanistisches Gymnasium) in Berlin ein Medizin-Studium an der königlichen Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges trat er am 4. August 1914 in die Preußische Armee ein. Er kam dabei als Kriegsfreiwilliger zur Ersatz-Eskadron vom Brandenburgisches Husaren-Regiment "von Zieten" Nr. 3 nach Rathenow. Bei dieser wurde er am 25. August 1914 vereidigt. Am 28. Oktober 1914 wurde er zur 2. Eskadron vom Reserve-Husaren-Regiment 9 an die Front versetzt, wo er am 26. Dezember 1914 zum Gefreiten und am 26. Januar 1915 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert wurde. Bereits am 7. März 1915 folgte seine Beförderung zum Vizewachtmeister. Nach gut bestandener Prüfung wurde er am 31. Mai 1915 zum Offizier-Aspiranten ernannt. Am 12. Juni 1915 wurde er zur 7. Kompanie vom Reserve-Infanterie-Regiment 70 versetzt. Vom 22. Juni 1915 bis zum 17. Juli 1915 befand er sich wegen Erkrankung am linken Fuß im Landwehr-Feldlazarett 31 in Schirmeck. Bei seiner Rückkehr zum Regiment gehörte er zur 7. Kompanie vom Reserve-Infanterie-Regiment 70. Der Vorschlag zu seiner Beförderung zum Leutnant der Reserve wurde am 21. August 1915 in Allermont vom Kommandeur Reserve-Infanterie-Regiment 70, Oberst Stadthagen, mit folgender Begründung eingereicht und vom Kommandeur der 84. Landwehr-Infanterie-Brigade, Generalmajor Ferdinand Neuber, befürwortet: "Hat seine Geeignetheit zur Beförderung in den Vogesenkämpfen nachgewiesen." Außerdem wurde er mit sämtlichen Stimmen gewählt. Daraufhin wurde er am 2. September 1915 zum Leutnant der Reserve befördert, was am 6. September 1915 bekanntgegeben wurde. Vom 1. März 1916 bis zum 6. April 1916 wurde er zur Festungs-Maschinengwehr-Abteilung 9 (F.M.G.A. 9) kommandiert. Am 7. April 1916 wurde er auch zu dieser Einheit versetzt. Seine Mutter ist am 20. April 1916 ist im Alter von 44 Jahren in der eigenen Wohnung in der Kaiserin-Auguste-Straße 77 in Berlin verstorben. Anläßlich dieses Todesfalls wurde er für 10 Tage nach Berlin beurlaubt. Am 21. Mai 1916 wurde er mit der Festungs-Maschinengewehr-Abteilung 9 zur MG-Kompanie vom Grenadier-Landwehr-Infanterie-Regimet 100 ins Feld überwiesen. Am 8. Juli 1916 wurde er zum 7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment "Graf Dönhoff" Nr. 44 versetzt, bei dem er am 12. Juli 1916 eingetroffen ist und als Kompanieoffizier in der MG-Kompanie eingeteilt wurde. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 5. September 1916 verliehen. Am 12. und 13. September 1916 wurde er als stellvertretender Kompanieführer der MG-Kompanie eingsetzt. Am 1. Oktober 1916 wurde er mit der Stelle als Kompanieführer der 3. MG-Kompanie seines Regiments beliehen. Durch eine Artilleriegranate wurde er in der Winterschlacht an der Aa am 24. Januar 1917 am rechten Oberschenkel leicht verwundet. Daraufhin wurde er vom 25. Januar 1917 bis zum 28. Januar 1917 in der Kriegslazarett-Abteilung 55 in der Realschule Mitau behandelt. Danach befand er sich ab dem 29. Januar 1917  bis zum 3. März 1917 in der Festungs-Lazarett Gruppe II vom Klosterlazarett Kulm an der Weichsel. Nach seiner Genesung wurde er ab dem 3. März 1917 bis zum 23. März 1917 nach Berlin beurlaubt. Danach wurde er dem I. Ersatz-Bataillon vom 7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment "Graf Dönhoff" Nr. 44 in Goldap zugeteilt. Am 4. April 1917 wurde er vom 10. April 1917 bis zum 9. Mai 1917 zum MG-Waffenmeisterkursus nach Spandau kommandiert. Während des Kurses reichte er am 12. April 1917 einen Antrag zu seiner Übernahme als aktiver Offizier ein. Daraufhin wurde am 25. April 1917 ein Gesuch zur Anstellung als aktiver Offizier von Oberstleutnant Heinrich Freyberg, Kdr. vom 7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment "Graf Dönhoff" Nr. 44, eingereicht. Dieses wurde mit folgender Begründung abgegeben: "Sein frisches, ansprechendes Wesen, sein Eifer und seine Dienstkenntnis lassen ihn als durchaus geeignet zum aktiven Offizier erscheinen." Dieses wurde am 30. April 1917 von Oberst Carl Buchholtz, Kdr. der 3. Infanterie-Brigade, und von Generalmajor Rudolf Reiser, Kdr. der 2. Infanterie-Division, jeweils "Alleruntertänigst befürwortet." Kurz danach wurde er am 15. Mai 1917 als aktiver Leutnant mit einem Patent vom 23. März 1914 (S2s) in der Königlich Preußischen Armee angestellt. Nur wenige Wochen später wurde er am 1. Juni 1917 in der Schlacht in Flandern durch eine Artilleriegranate am linken Fuß schwer verwundet. Daraufhin wurde er vom 2. Juni 1917 bis zum 12. Juni 1917 im Feldlazarett 11 behandeln. Daran  anschlie0end wurde er vom 13. Juni 1917 bis zum 14. Juli 1917 im Reservelazarett Jeralitisches Krankenhaus in Hannover behandelt. Die abschließende Behandlung erhielt er dann vom 15. Juli 1917 bis zum 5. September 1917 im Reservelazarett Ungersche Klinik in Berlin. Als aktiver Leutnant wurde er am 3. September 1917 zur 6. Ersatz-MG-Kompanie vom Generalkommando I. Armeekorps überwiesen. Nur ein paar Wochen später wurde er am 29. September 1917 wieder zum 7. Ostpreußisches Infanterie-Regiment "Graf Dönhoff" Nr. 44 ins Feld überwiesen, wo er am nächsten Tag auch eingetroffen ist und mit der Stelle als Kompanieführer der MG-Kompanie beliehen wurde. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 3. Oktober 1917 verliehen. Vom 17. Januar 1918 bis zum 20. Januar 1918 wurde er als stellvertretender MG-Offizier verwendet. Am 21. März 1918 wurde er vom 21. Mai 1918 bis zum 25. Mai 1918 zum 77. Lehrgang zur Heeresgasschule nach Berlin kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er am 31. Mai 1918 zum Regimentsstab kommandiert. Dort wurde er vom 12. Juni 1918 bis zum 18. Juni 1918 wieder als stellvertretender MG-Offizier verwendet. Vom 25. Juni 1918 bis zum 1. Juli 1918 wurde er als stellvertretender Regimentsdjutant eingesetzt. Am 13. Juli 1918 wurde er zum Regimentsadjutant ernannt. Er erkrankte am 23. Juli 1918 an der Grippe und wurde der Sanitäts-Kompanie 5 zur Behandlung zugewiesen. Vom 25. Juli 1918 bis zum 29. Juli 1918 wurde er im Feldlazarett 61 behandelt. Am 29. Juli 1918 kehrte er wieder zum Regiment an die Front zurück, bei dem er jetzt als Regimentsadjutant Verwendung fand. Zwischen dem 5. August 1918 und dem 20. August 1918 wurde er nach Berlin beurlaubt. Am 29. Oktober 1918 wurde er bei den Kämpfen in der Hermannstellung durch eine Artilleriegranate am Hals leicht verwundet. Er verblieb bei der Truppe und wurde im Revier behandelt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Mattweiß widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er am 21. Januar 1919 zum Freiwilligen-Infanterie-Regiment 44 versetzt, wo er weiter als Regimentsadjutant eingesetzt wurde. Mit diesem wurde er im Ostpreußischen Frewilligen-Korps beim Grenzschutz von Ostpreußen verwendet. Nachdem sein Regiment nach der Umbenennung zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 66 am 30. September 1919 aufgelöst wurde, kam er am 1. Oktober 1919 als Bataillonsadjutant des IV. Bataillons zum Reichswehr-Schützen-Regiment 2. Sein Heiratsgesuch reichte er am 3. Februar 1920 ein. Am 20. April 1920 wurde er neu vereidigt. Er gehörte nach Auflösung des IV. Bataillons ab Anfang Mai 1920 als Adjutant zum III. Bataillon des Regiments. Seine Erlaubnis zur Verheiratung erhielt er am 6. Mai 1920, nachdem sein Schwiegervater seiner Tochter eine jährliche Zuwendung von 3000 Mark zugesichert hatte. Auch bei der Bildung des 200.000-Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er als Adjutant zum II. Bataillon vom Reichswehr-Schützen-Regiment 2 der Reichswehr-Brigade 1. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 27. September 1920 mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 in das Infanterie-Regiment 1 versetzt. Am 10. Januar 1921 unterzeichnete er einen Verpflichtungsschein, der ihm am 27. Januar 1921 ausgehändigt wurde und bis zum 27. Noveber 1936 Gültigkeit behalten sollte. Er heiratete am 14. Mai 1921 die etwa viereinhalb jahre jüngere Martha Elisabeth-Charlotte 'Lieselott' Woede, Tochter des Pfarrers Georg Richard Ernst Woede, in Ragnit. Im Jahr 1921 hat er die Wehrkreisprüfung abgelegt. Am 10. Sepember 1921 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 zum 1. (Preußisches) Reiter-Regiment versetzt. Am 15. September 1921 wurde er ebenfalls mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 zur Ausbildung als Führergehilfe zum Stab der 1. Division der Reichswehr in Königsberg kommandiert. Ein neues Rangdienstalter vom 1. April 1914 (6) hat er am 1. Juli 1922 erhalten. Am 27. März 1923 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1923 (3) zum Oberleutnant befördert. Am 22. Juni 1923 wurde entschieden, das er für die Ausbildung als Führergehilfe ab dem 1. Oktober 1923 nicht mehr in Betracht kommt. Deswegen wurde am 11. September 1923 sein Kommando zum Stabe der 1. Division mit Wirkung vom 30. September 1923 aufgehoben. Am 12. Juni 1925 wurde entschieden, das seine Beurlaubung nach Rußland abgelehnt wird, dagegen aber die Beurlaubung nach Finnland genehmigt wurde. Vom 12. August 1926 bis zum 25. August 1926 wurde er zum Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin kommandiert. Seine Verwendung regelte der Chef vom Truppenamt (TA). Am 26. August 1926 wurde sein vorstehendes Kommando bis zum 1. September 1926 verlängert. Am 14. Juli 1927 wurde er vom 1. August 1927 bis zum 2. September 1927 zur Kommandantur von Berlin kommandiert. Den Dienst regelte wieder der Chef vom TA. Am 21. Juli 1927 wurde sein Urlaub nach Rußland erneut abgelehnt. Am 13. Januar 1928 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1928 in das 1. (Preußisches) Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er am 26. Januar 1928 mit Wirkung vom 1. Februar 1928 als Hauptmann beim Stabe des II. Bataillons eingeteilt. Bereits am 12. März 1928 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1928 in das 13. (Württembergisches) Infanterie-Regiment versetzt. Am 1. April 1928 (6) wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher erklärte er sich am nächsten Tag mit der Ernenung zum Chef der 15. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 13. (Württ.) Infanterie-Regiment in Gmünd (Schwäbisch) einverstanden. Diese wurde am 4. April 1928 mit Wirkung vom 1. April 1928 ausgesprochen. Am 11. Mai 1928 wurde er vom 8. Juni 1928 bis zum 14. Juni 1928 zu einem 1. MG-Lehrgang der 5. Division der Reichswehr auf den Truppenübungsplatz Münsingen kommandiert. Am 13. September 1928 wurde sein Urlaub nach Rußland bewilligt. Daraufhin machte er vom 10. Oktober 1928 bis zum 12. Dezember 1928 ein Sprachstudium in der Sowjetunion. Am 8. Dezember 1928 erkrankte er an einer Blinddarmentzündung und wurde in das Standortlazarett Berlin in der Moltkestraße 23 in Berlin-Tempelhof eingeliefert, wo eine sofortige Operation notwendig wurde. Seine Dauer der Lazarettbehandlung wurde am 9. Dezember 1928 auf 14 Tage geschätzt. Er wurde am 22. Dezember 1928 als dienstfähig mit Urlaubsempfehlung wieder entlassen. Am 24. Juni 1929 wurde er vom 6. Juli 1929 bis zum 20. September 1929 zum RWM nach Berlin kommandiert, seinen Dienst regelte erneut der Chef vom TA. Am 22. Januar 1930 wurde er vom 3. Februar 1930 bis zum 22. Februar 1930 zu einem Hauptmanns-Lehrgang für Leibesübungen nach Wünsdorf kommandiert. Am 12. Mai 1930 wurde er vom 6. Juni 1930 bis zum 28. Juni 1930 erneut zum RWM kommandiert, seinen Dienst regelte wieder der Chef vom TA, wobei die Heeres-Statistischen-Abteilung (T 3) die Deckung der Kosten veranlassen sollte. Am 26. Juli 1930 absolvierte er nach seiner Dissertation seine mündliche Prüfung der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen und durfte danach den Titel als Dr. rer.pol (Doktor der Staatswissenschaften) führen. Am 4. Dezember 1930 erhielt er die Berechtigung den verkürzten Dr.-Titel zu führen, was er am 19. November 1930 beantragt hatte. Am 17. Dezember 1930 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1931 wieder in das RWM kommandiert und dort der Heeres-Statistischen-Abteilung (T 3) vom TA zugeteilt. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen, daher wurde er am 19. Dezember 1931 mit Wirkung vom 1. Januar 1931 auch in den Regimentsstab vom 13. (Württ.) Infanterie-Regiment versetzt. Seine Nachfolge als Chef der 15. Kompanie sollte Hauptmann Edgar Hieber antreten. Bis zu dessen Rückkehr von dem Kommando zu den Gasschutzlehrgängen nach Berlin übernahm Oberleutnant Harald Welcker die Vertretung. Sein einziger Sohn war der am 23. April 1931 in Stuttgart geborene Karl Spalcke. Privat wohnte er mindestens von 1932 bis 1938 in der Kniephofstraße 13 in Berlin-Steglitz, wo er die Telefonnummer G9 Albrecht 7667 hatte. Im September 1932 befand er sich auf einer dienstlichen Reise nach Südrußland, die von Oberst Walter Heitz geleitet wurde. Bereits am 1. September 1932 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 in den Stab der 4. Division der Reichswehr nach Dresden versetzt. Sein dienstliche Verwendung änderte sich durch diese Versetzung aber nicht. Im Herbst 1932 wurde er am 30. Oktober in der Abteilung für innerliche Kranke vom Standortlazarett Berlin wegen des Verdachts auf Typhus bzw. Paratyphus untersucht, da er sich zeitweise unwohl fühlte und bei Oberst Walter Heitz Typhus festgestellt wurde. Er wurde aber bereits am 5. November 1932 mit negativen Befund wieder entlassen. Er wohnte damals privat in der 3. Etage der Kniephotstraße 13 in Berlin-Steglitz. Am 1. Juni 1933 wurde er mit Wirkung vom 1. Juli 1933 in das RWM versetzt. Er wurde dort in die Heeres-Statistische-Abteilung (T 3) eingeteilt. Auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde er am 2. August 1934 vereidigt. Dort wurde er während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Februar 1935 (3) zum Major befördert. Die Diplomprüfung in Russisch hatte er bereits im Jahr 1934 bestanden.  Durch die Umbenennung seiner Einrichtung wechselte er am 21. Mai 1935 vom RWM zum Reichskriegsministerium (RKM). Bei der Enttarnung der Einheiten gehörte er am 15. Oktober 1935 zur 3. Abteilung im Generalstab des Heeres im RKM. Er trug dort auch die Uniform vom RKM. Sein Vater starb am 13. Dezember 1936 im Alter von 67 Jahren im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Schöneberg. Seine private Telefonnummer änderte sich 1937 in der Kniephofstraße 13 in Berlin-Steglitz von G9 Albrecht 7667 zur 797667. Zum 1. Oktober 1937 (37) wurde er zum Oberstleutnant befördert. Nur wenige Tage später wurde er am 12. Oktober 1937 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 3 in Mohrungen ernannt. Er wohnte damals privat in der Adolf-Hitler-Straße 7b in Mohrungen und hatte dort die Telefonnummer 537. Am 6. Mai 1938 wurde er vom 22. Mai 1938 bis zum 4. Juni 1938 zur lithauischen Armee kommandiert. Am 1. September 1938 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Leopold von Reibnitz, Kdr. vom Infanterie-Regiment 3: "Vornehm und großzügig denkende Persönlichkeit, formvoll, beliebter Kommandeur. Hat sich in die Führung und Ausbildung seines Bataillons mit gutem Erfolge eingearbeitet; taktisch anregend, gewandt in Wort und Schrift, weiß was er will, hat sein Offizierkorps in der Hand, als Standortältester in Mohrungen durch sein verbindliches und auch Zweifel ausschließendes Wesen am richtigen Platze. Grad und Umfang seiner Rußlandkenntnis sowie Eignung zum Militärattaché entziehen sich meiner Beurteilung! Füllt seine Stellung sehr gut aus!" Dazu ergänzte am 17. Oktober 1938 Generalleutnant Albert Wodrig, Kdr. der 21. Infanterie-Division: "Einverstanden! War seiner Aufgabe als Bataillonskommandeur von Anfang an voll gewachsen." Als letztes ergänzte am 16. November 1938 General der Artillerie Georg von Küchler und KG vom I. Armeekorps: "Einverstanden. Tüchtiger Bataillonskommandeur." Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges war er noch immer Bataillonskommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 3. Am 22. September 1939 wurde er mit Wirkung vom 17. September 1939 zum Stab der 3. Armee kommandiert. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 18. September 1939 verliehen. Durch die Umbenennung dieses Stabes vom AOK 3 zum Grenzabschnittskommndo Nord am 3. Oktober 1939 wechselte seine Kommandierung zu diesem Stab, bevor er am 9. Oktober 1939 mit sofortiger Wirkung zum Oberbefehlshaber Ost versetzt wurde. Am 20. April 1940 wurde er mit Wirkung vom 23. April 1940 in das Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt und dem Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (Verbindungsstab OKH Rußland) zugesteilt. Diese Versetzung galt mit dem 1. Juni 1940 auch für das Friedensverhältnis. Seine private Anschrift war danach die Badenschestraße 56 in Berlin-Schöneberg. Am 14. September 1940 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1940 (14) zum Oberst befördert. Er wurde dann am 15. November 1940 zum Chef des Wehrwirtchaftsstabes der Deutschen Wehrmacht-Mission in Rumänien ernannt und sollte diese Position vsl. am 25. November 1940 antreten. Als solcher wurde er am 17. Dezember 1940 vom 25. Dezember 1940 bis zum 6. Februar 1941 mit der Vertretung des Militärattachés bei der deutschen Gesandschaft in Bukarest beauftragt. Diese Vertretung wurde am 31. Januar 1941 bis zum 20. Februar 1941 verlängert. Am 10. März 1941 erhielt er folgende Beurteilung vom General der Infanterie Georg Thomas, Leiter Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt im OKW: "Nach Bewährung im Wi Rü Amt seit 6 Wochen mit der Leitung der Wehrwirtschaftsmission Rumänien betraut. Hat sich dort auf Grund seiner Geschicklichkeit und seines Wissens eine gute Stellung geschaffen. Bewertung: Füllt seine Stelle sehr gut aus. Empfehlung: Geeignet als Regimentskommandeur und als Abteilungschef im OKW bzw. OKH." Am 20. September 1941 wurde er mit Wirkung vom 15. Oktober 1941 unter Beibehalt seiner bisherigen Uniform zum Militärattaché bei der deutschen Gesandschaft in Bukarest ernannt. Diese Ernennung galt auch auf das Friedensverhältnis und damit war der Umzug auszuführen. Am 29. September 1941 stellte das Wi Rü Amt den Antrag zur Beibehaltung seiner Geschäfte als Chef der Deutschen Wehrwirtschaftsmission in Rumänien, welcher am 11. Oktober 1941 auch verfügt wurde. Am 1. Mai 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generaloberst Franz Halder, Chef des Generalstabes des Heeres: "Gute geistige Veranlagung, Rührigkeit, Arbeitskraft und Gewandtheit haben ihm eine gute Stellung in seinem Gastland verschafft. Wirtschaftlich erfahren, organisatorisch begabt. Im Interesse dieses tüchtigen Offiziers wäre Frontverwendung zu wünschen." Am 8. November 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. November 1943 (3) zum Generalmajor befördert. Anfang September 1944 geriert beim Abfall Rumäniens aus den Achsenmächten in Bukarest in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Die nächsten Jahre verbrachte er im NKWD-Lager Nr. 48/Černcy, Ležnevo und in verschiedenen Gefängnissen Butyrskaja, Lefortovskaja/Moskau und Nr. 2/Vladimir. Am 14. Februar 1952 wurde er durch das Militärtribunal Kreis Moskau zu 25 Jahren Besserungs-Arbeitslager verurteilt. Am 10. Oktober 1955 wurde er wieder in die Bundesrepublik Deutschland repatriiert. Er starb im Alter von 75 Jahren in Bensberg. Seine Witwe starb gerade einmal 19 Tage nach ihm ebenfalls in Bensberg.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1910, Dresden 1910
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1911, Dresden 1911
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1912, Dresden 1912
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1913, Dresden 1913
Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1914, Dresden 1914
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Pers 6/1834
Pers 6/300672