von Stockhausen, Wilhelm Hunold Karl Eduard Maria

 

* 30. Januar 1891, Münster in Westfalen

† 22. Mai 1964, Mönchengladbach

BArch Pers 6/943

BArch Pers 6/301016

 

Hunold von Stockhausen war ein Sohn des späteren Oberstleutnants z.D. und Standesbeamten Gottlieb Franz Ferdinand Gustav Kaspar Adam Maria von Stockhausen und dessen zweiten Ehefrau Elisabeth Pauline Anna Maria, geborene von Stockhausen. Sein Vater starb am 23. März 1905 im Alter von 57 Jahren in Aachen. Er selbst trat nur wenige Wochen später zu Ostern 1905 im Kadettenhaus Bensberg ins Kadettenkorps ein. Nach drei Jahren wechselte er Ostern 1908 auf die Haupt-Kadettenanstalt nach Groß-Lichterfelde. Nach der abgeschlossenen Ausbildung im Kadettenkorps trat er am 3. April 1911 als charakterisierter Fähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei von der Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde zum Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gersdorff" Nr. 80 überwiesen. Bei diesem wurde er am 13. April 1911 vereidigt. Am 10. Novembr 1911 erhielt er das Zeugnis der Reife zum Fähnrich. Daraufhin wurde er am 19. Dezember 1911 (M4m) zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1912 (Y2y) zum Leutnant befördert. Anfangs wurde er als Kompanieoffizier in der 10. Kompanie dieses Regiments in Homburg vor der Höhe eingesetzt. Im Herbst 1913 wurde er in gleicher Funktion in die 11. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Zu Beginn des 1. Weltkrieges rückte er am 7. August 1914 mit seinem Regiment an die Front aus, wo er am 28. August 1914 durch ein Infanteriegeschoß am linken Oberschenkel verwundet. Während der Genesung wurde er am 5. September 1914 zum I. Ersatz-Bataillon vom Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gersdorff" Nr. 80 versetzt, wo ihm am 7. Oktober 1914 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde. Nicht einmal zwei Monate später kehrte er am 3. November 1914 wieder zum aktiven Regiment an die Front zurück. Dort wurde er vom 5. November 1914 bis zum 31. Mai 1915 als Führer der 8. und der 5. Kompanie verwendet. Vom 6. April 1915 bis zum 25. Mai 1915 wurde er zu einem Offizier-Ausbildungs-Lehrgang kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er vom 1. Juni 1915 bis zum 20. September 1916 als Führer der 2. Kompamie beim Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gersdorff" Nr. 80 verwendet. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 29. Februar 1916 verliehen. An dem 20. September 1916 wurde er durch ein Artilleriegeschoß am Kopf und der linken Hand schwer verwundet. Während seiner Genesung wurde er am 13. Februar 1917 wieder zum I. Ersatz-Bataillon seines Regiments versetzt. Am 14. Juli 1917 kehrte er wieder zum aktiven Regiment zurück. Bei diesem wurde er ab dem 2. August 1917 bei den Stellungskämpfen zwischen Krewo-Smorgon und dem Narotschsee wieder als Führer der 2. Kompanie verwendet. Ab dem 26. Oktober 1917 bis zum 21. Januar 1918 wurde er als Leiter der Sturmschule der 21. Infanterie-Division eingesetzt. Als solcher wurde er am 28. November 1917 (Rr) zum Oberleutnant befördert. Ab dem 23. Januar 1918 wurde er als Ordonanzoffizier bei seinem Regiment verwendet. Vom 25. Februar 1918 bis zum 26. März 1918 wurde er als stellvertretender Bataillonsführer des III. Bataillons beim Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 87 eingesetzt. Danach wurde er vom 28. März 1918 bis zum 7. April 1918 als stellvertretender Bataillonsführer des I. Bataillons vom Kurhessisches Füsilier-Regiment "von Gersdorff" Nr. 80 eingesetzt. Vom 19. Mai 1918 bis zum 22. Mai 1918 wurde er als stellvertretender Bataillonsführer des II. Bataillons seines Regiments verwendet. Am 27. Mai 1918 wurde er als nicht kriegsdienstverwendungsfähig wieder zum I. Ersatz-Bataillon seines Regiments versetzt. Am 6. September 1918 wurde er als Ordonnanzoffizier zum Stab vom Generalkommando XVIII. Armeekorps kommandiert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern (7. November 1916) verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Oberleutnant in das vorläufige Reichsheer übernommen. Er gehörte ab dem 1. Mai 1919 zum Reichswehr-Schützen-Regiment 22. Am 29. September 1919 wurde er in diesem neu vereidigt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 wurde er zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 21 der Reichswehr-Brigade 11 versetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Januar 1921 in das Ausbildungs-Bataillon vom Infanterie-Regiment 15 in Marburg an der Lahn übernommen. Vom 25. April 1921 bis zum 30. April 1921 hat er an der Wehrkreisprüfung teilgenommen. Vom 15. Juli 1921 bis zum 15. Dezember 1921 wurde er zum III. Lehrgang für Leibesübungen nach Wünsdorf kommandiert. Kurz darauf wurde er vom 17. Januar 1922 bis zum 12. Juni 1922 wurde er zum IV. Lehrgang für Leibesübungen nach Wünsdorf kommandiert. Zum Ende des Lehrgangs hat er das Sportabzeichen erhalten. Am 1. Juli 1922 hat er ein neues Rangdienstalter als Oberleutnant vom 28. November 1917 (15) erhalten. Am 8. September 1922 erhielt er die Erlaubnis zur Verheiratung. Bald darauf heiratete er am 19. Oktober 1922 die über neun Jahre jüngere Emma Marie Julie Elisabeth aus'm Weerth, Tochter des Oberst a.D. Max aus'm Weerth, in Koblenz. Er war zu dieser Zeit Kompanieoffizier in der 16. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 15. Infanterie-Regiment in Marburg. Im Herbst 1923 wurde er als Kompanieoffizier in die 7. Kompanie seines Regiments nach Eisenach versetzt. Dort wohnte er privat in der Richardstraße 5 in Eisenach. Am 27. Juli 1924 wurde seine Tochter Irmgard von Stockhausen in Konstanz geboren. Am 1. Oktober 1925 wurde er zum Chef der 1. Kompanie vom 15. Infanterie-Regiment in Gießen ernannt. Diese Funktion behielt er für viele Jahre. Als solcher wurde er am 1. Februar 1926 (13) zum Hauptmann befördert. Seine Mutter starb am 30. Dezember 1926 kurz vor ihrem 68. Geburtstag. Vom 8. Juni 1928 bis zum 14. Juni 1928 wurde er zu einem MG-Lehrgang auf den Truppenübungsplatz Münsingen kommandiert. Vom 10. Juli 1929 bis zum 18. Juli 1929 war er Teilnehmer an der Wehrkreisübungsreise. Am 1. Oktober 1932 wurde er vom bisherigen Regimentsadjutant, Hauptmann Maximilian von Herff, als Chef der 1. Kompanie abgelöst. Dafür wurde er als Hauptmann beim Stabe als Nachfolger von Hauptmann Paul Scheuerpflug zum Stab des I. (Hessisches) Bataillons vom 15. Infanterie-Regiment ebenfalls in Gießen versetzt. Am 1. Oktober 1933 wurde er in den Stab der Wehrgauleitung Berlin versetzt. Bei dieser wurde er am 1. Juli 1934 (12) zum Major befördert. 1934 und 1936 wohnte er privat in der Sächsischen Straße 9 in Berlin W15 und hatte dort die Telefonnummer J2 Oliva 3341. Am 2. August 1934 wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler neu vereidigt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 gehörte er zum Stab der Kommandantur von Berlin. Dem Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 2 hat er am 16. April 1935 erworben. Am 8. April 1936 wurde er vom 15. April 1936 bis zum 30. September 1936 zur Inspektion der Infanterie (In 2) im Reichskriegsministerium (RKM) in Berlin kommandiert. Am 24. September 1936 wurde er mit sofortiger Wirkung zur Einrichtung der Heeresunteroffizierschule nach Potsdam-Eiche kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen. Am 6. Oktober 1936 wurde er zum Kommandeur der Heeresunteroffizierschule in Potsdam ernannt. Als solcher wurde er am 18. Januar 1937 mit Wirkung vom 1. Januar 1937 (9) zum Oberstleutnant befördert. Vom 13. August 1938 bis zum 15. Oktober 1938 wurde er zu einer Sonderübung zur Infanterieschule nach Döberitz kommandiert. Am 19. Mai 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1939 zum Kommandeur vom Wach-Regiment Groß-Berlin ernannt. Am 14. Juni 1939 wurde er durch die Umbenennung seines Regiments zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment "Großdeutschland" ernannt. Am 30. September 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1939 (7) zum Oberst befördert. Set Februar 1940 war er krank, so daß bei Beginn des Westfeldzuges sein Regiment stellvertretend von Oberstleutnant Gerhard Graf von Schwerin geführt wurde. Ab dem 16. Mai 1940 führte er es dann selbst. Dabei wurden ihm am 25. Mai 1940 und am 8. Juni 1940 die Spangen zu beiden Eisernen Kreuzen verliehen. Sein Regiment verlor im Westfeldzug fast ein Viertel seiner Stärke. Dem Verband werden für die Zeit des Westfeldzuges auch Kriegsverbrechen vorgeworfen, hauptsächlich ging es dabei um die Ermordung von schwarzafrikanischen Angehörigen der französischen Armee. Nach einer kurzen Zeit als Besatzungstruppe wurde es im Herbst 1940 wieder aufgefrischt und dort auch für die geplante Landung in England ausgebildet. Am 9. Januar 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1941 zum Generalmajor befördert. Im April 1941 führte er sein Infanterie-Regiment "Großdeutschland" in dem Balkanfeldzug. Dabei war er beteiligt am Vorstoß auf Belgrad, der Angriffsschlacht um Pirot-Nis, den Verfolgungskämpfen über Nis-Kragujevac auf Belgrad, dem Durchstoß südlich Temesvar und Verfolgung auf Belgrad. Ebenfalls im April 1941 waren Teile seines Regiments in Pancevo an der willkürlichen Verhaftung von 100 Zivilisten beteiligt, nachdem ein Soldat der SS-Division "Das Reich" getötet und ein anderer schwer verwundet wurde. Vom einberufenen Militärgericht wurden in den nächsten beiden Tagen 34 Männer, ein Jugendlicher und eine Frau zum Tode verurteilt. 1941 wohnte er in der Salzbrunner Straße 25 in Berlin-Grunwald und hatte dort die Telefonnummer 897439. Zum Sommerbeginn 1941 führte er das Regiment auch in den Ostfeldzug. Dabei kam es zuerst in der Doppelschlacht von Bialystok und Minsk zum Einsatz. Zuerst war es vom 22. Juni 1941 bis zum 24. Januar 1941 mit dem Durchbruch durch die Grenzstellung beschäftihgt. Es folgte dann bis zum 11. Juli 1941 die Schlacht bei Bialystok-Slonim. Daran anschließend führte er as Regiment in der Schlacht bei Smolensk. Dabei gelang dem Regiment der Einbruch in die Desna-Stellung bei Jelna. Am 8. September 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1941 als Nachfolger von Generalmajor Walter Krüger zum Kommandeur der 1. Schützen-Brigade ernannt. Das Kommando scheint er aber nie angetreten zu haben. Am 6. August 1941 erhielt er folgende Beurteilung von General der Panzertruppe Heinrich von Vietinghoff, KG vom XXXXVI. Armeekorps: "Vornehm, nicht sehr anpassungsfähig. Als Regimentskommandeur bewährt. Neigte zur Überschätzung der Bedeutung als Kommandeur des Infanterie-Regiments Großdeutschland, nicht leicht einzugliedern, Schwierigkeiten. Führte trotz Beinverletzung mit gutem persönlichem Einsatz. Füllt mit Einschränkungen gut aus. Brigade-Kommandeur zunächst im festen Divisionsverband. Verschiedene Eröffnungen im oberen Sinne." Als Kommandeur vom Infanterie-Regiment "Großdeutschland" trat Oberst Walter Hörnlein am 10. August 1941 seine Nachfolge an. Anscheinend war er erneut schwer an Ischias erkrankt. Am 18. Februar 1942 wurde er mit Wirkung vom 15. Februar 1942 in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis III. Erst am 16. März 1942 hat er ein Rangdienstalter als Generalmajor vom 1. April 1942 (40) erhalten. Fast genau ein Jahr nach Beginn des Ostfeldzuges wurde er am 29. Juni 1942 mit Wirkung vom 20. Juni 1942 als Nachfolger von Generalleutnant Theodor Scherer zum Kommandeur der 281. Sicherungs-Division ernannt. Am 1. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Franz von Roques, KG der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Nord: "Als Kommandeur Infanterie-Regiment Großdeutschland vor dem Feind bewährt. Nach schwerer, langer Ischiaserkrankung noch in seiner Beweglichkeit gehemmt, setzt er sich mit großer Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst für seine Aufgaben ein und ist bemüht, ihnen gerecht zu werden. Bewertung: Durchschnitt, bei voller Gesundheit zweifellos steigerungsfähig. Empfehlung: Zur Zeit für andere Verwendung im Feldheer nicht geeignet." Dazu ergänzte Generalfeldmarschall Georg von Küchler, OB der Heeresgruppe Nord: "Einverstanden." Anfang Juli 1943 wurde durch den Kommandierenden General der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Nord, General der Infanterie Kuno-Hans von Both, der Vorschlag zu seiner Beförderung zum Generalleutnant eingereicht. In der Beurteilung dazu stand: "Ruhige, zurückhaltende Persönlichkeit. Soldatisch vornehme Gesinnung. Als Kommandeur des Regiments Großdeutschland vorm Feinde bewährt. Hat im Bandenkampf Verbände von über Divisionsstärke geschickt geführt. Die in früheren Beurteilungen erwähnte Ischias-Erkrankung ist nicht mehr aufgetreten. Hart gegen sich selbst. Weiß seine Untergebenen im nationalsozialistischen Sinne zu beeinflussen." Von Oberst Viktor Linnarz (HPA) wurde dazu bemerkt: "Hat nicht die Eignung zum Kommandeur einer Front-Division. Eine vorzugsweise Beförderung daher nicht möglich. Wird planmäßig befördert werden." Diese Information scheint aber nicht weitergegeben worden zu sein, da der Vorschlag am 16. September 1943 von General der Infanterie Kuno-Hans von Both erneut mit gleichem Inhalt eingereicht wurde. Mit folgendem Vermerk: "Da der erste Vorschlag beim Personal-Amt nicht eingegangen ist, wird gebeten, Generalmajor von Stockhausen mit einem Rangdienstalter vom 1.9.43 zum Generalleutnant zu befördern, damit ihm durch das Verlorengehen des 1. Vorschlages keine Nachteile erwachsen." Am 12. oder 25. Oktober 1943 wurde ihm als Divisionskommandeur das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 15. März 1944 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1944 (7) zum Generalleutnant befördert. Am 3. April 1944 wurden ihm 4 Wochen Kur und 4 Wochen Urlaub zugestanden. Am 1. Juni 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Carl Hilpert, KG vom I. Armeekorps: "General von Both urteilt am 27. Februar 1944: "Hat im Bandenkampf erfolgreich geführt. Hart gegen sich selbst, stellt an seine Untergebenen große Anforderungen. Neigt leicht zu Empfindlichkeit. Bewertung: Durchschnitt." Mir scheint er eine ruhige, sich bewußt distanzierende Persönlichkeit zu sein, der mir an seine neue Aufgabe (Fester Platz Polozk) nicht mit allzu großer Passion heranzugehen schien. Bewertung: Durchschnitt." Dazu ergänzte am 12. Juni 1944, General der Artillerie Christian Hansen, OB der 16. Armee: "Ich habe General von Stockhausen wegen seiner Erkrankung nur sehr kurze Zeit kennengelernt. Mein Eindruck war auch der einer sehr zurückhaltenden Persönlichkeit, die meines Erachtens nicht in vollem Umfange die für Kommandanten eines Festen Platzes notwendigen Eigenschaften besitzt, vielleicht bedingt durch den Gesundheitszustand." Dann ergänzte noch am 25. Juni 1944 Generaloberst Georg Lindemann, OB der Heeresgruppe Nord: "Mir nicht so bekannt geworden, dass ich ein Urteil abgeben kann." Am 18. Juli 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Friedrich Köchling, KG vom X. Armeekorps: "Für die Führung einer Division in schwieriger, beweglicher Lage nicht geeigneter Divisionskommandeur. Es fehlt ihm an Überblick in der Gefechtsführung der Division sowie bei knappem durchschnittlichen Intellekt die Anwendung ausreichender taktischer Grundsätze. Ebenso genügen Initiative und schnell bewegliches Handeln in angespannten Lagen nicht. In der kurzen Zeit ist seine Beurteilung nach der körperlichen Seite hin nicht möglich. Ist meines Erachtens demnach lediglich für die Führung einer Sicherungs-Division unter stetigen Verhältnissen geeignet." Dazu ergänzte am 22. Juli 1944 General der Infanterie Paul Laux, OB der 16. Armee: "Einverstanden. Ich bitte um Ablösung des Generalleutnant von Stockhausen und um Gestellung eines geeigneten Divisionskommandeurs." Am nächsten Tag ergänzte auch noch Generaloberst Ferdinand Schörner, OB der Heeresgruppe Nord: "E i n v e r s t a n d e n !" Daraufhin wurde er am 27. Juli 1944 als abqualifiziert in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte der Wehrkreis III. Am 4. August 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Carl Hilpert, KG vom I. Armeekorps: "Sehr ruhige, fast passive Persönlichkeit, der es nicht gegeben ist, mitreissend zu wirken. Wenn die von Stockhausen geführte Sicherungs-Division in den schweren Kampfhandlungen bei Dünaburg vom 24. bis zum 29. Juli 1944 auch in erfreulicher Weise ihre Pflicht getan und einige recht schwierige Gefechtsaufträge (Angriff, Abwehr und Absetzbewegung) gut durchgeführt hat, so glaube ich doch auf Grund meiner Eindrücke bei 2 Befehlsausgaben dem Generalleutnant von Stockhausen nicht die Eignung zum Divisionskommandeur zusprechen zu können. Er schien mir unselbständig, innerlich nicht frei und wenig wendig. Bewertung: Unter Durchschnitt." Dazu ergänzte am 11. August 1944 General der Infanterie Paul Laux, OB der 16. Armee: "Ich halte Generalleutnant von Stockhausen nicht geeignet zum Divisionskommandeur." Dann ergänzte am 15. August 1944 auch noch Generaloberst Ferdinand Schörner, OB der Heeresgruppe Nord: "Mir dienstlich nicht bekannt geworden." Am 9. August 1944 wurde er mit der stellvertretenden Führung der Division Nr. 192 beauftragt. Nicht einmal einen Monat später wurde er am 2. September 1944 mit Wirkung vom 5. September 1944 zum Reichskriegsgericht zur Einarbeitung als Offiziersrichter (Beisitzer) kommandiert. Danach wurde er am 20. Oktober 1944 mit Wirkung vom 19. Oktober 1944 auch zum Offiziersrichter am Reichskriegsgericht in Torgau ernannt. Bereits am 4. November 1944 wurde er mit Wirkung vom 6. November 1944 wieder in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte wieder der Wehrkreis III. Seine private Anschrift war noch immer die Salzbrunner Straße 25 in Berlin-Grunewald, wo er die Telefonnummer 897439 hatte. Am 29. November 1944 wurde er vom 6. Dezember 1944 bis zum 15. Dezember 1944 zum Lehrgang im Kriegsgefangenenwesen nach Wien kommandiert. Am 19. Dezember 1944 wurde er ab dem 3. Januar 1945 zur Einarbeitung in die Geschäfte als Kommandeur der Kriegsgefangenen zum Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis III kommandiert. Am 15. Januar 1945 wurde das Kommando beendet und er wurde mit dem 16. Januar 1945 mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis I beauftragt. Am 22. Januar 1945 wurde er mit Wirkung zum 1. Februar 1945 zum Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis I  ernannt. Am 17. März 1945 wurde er für den abqualifiziereten Generalleutnant Benignus Dippold noch zum Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis VI ernannt. Bei Kriegsende geriet er in britische Gefangenschaft. Dort führte er anfangs Mitte Mai 1945 den Auffangstab Putlos. Noch im Mai 1945 machten ihn die Besatzungstruppen in der britischen Besatzungszone zum Oberkommandierenden vom Sperrgebiet F, Chef seines Stabes war Oberst i.G. Kurt Fett. Dieses umfasste den gesamten Kreis Oldenburg i.H., Teile des Kreises Eutin und Teile des Kreises Plön. Der exakte Grenzverlauf war von der Küste bei Neustein (liegt 2 km nordöstlich von Laboe) südlich entlang der Hagener Au, südwestlich Lutterbek, westlich und südlich von Probsteierhagen, Nordufer Passader See, Stoltenberg, westlicher Selenter See, nach Süden durch Wittenberger Passau bis Ellhornsberg, von dort nach Osten entlang der Gleiskörper der ehemaligen Kleinbahn Preetz - Lütjenburg bis Rantzau, westlich Neukirchen und Sieversdorf, östlich Malente, Westufer Kellersee, südlich Fissau, östlich Zarnekau, westlich Süsel und Stawedder bis an die Küste der Neustädter Bucht nördlich von Haffkrug. Den deutschen Soldaten in diesem Gebiet wurde der Status als Kriegsgefangene verweigert, da damit gewisse Ansprüche gegenüber den Briten bestanden hätten. Das Sperrgebiet F war zunächst in 6 Abschnittskommandos unterteilt. Diese Abschnittskommandos wurden ebenfalls von deutschen Generälen geführt. Jedem Abschnittskommando gehörten jeweils rund 100.000 Mann an. Die deutschen Stäbe hatten nach grundsätzlichen Befehlen der Engländer in erster Linie für Disziplin und Ordnung bei den unterstellten Einheiten, sowie für Verpflegung und Unterkunft zu sorgen. Ferner waren die Soldaten listenmäßig zu erfassen und auf die Entlassung vorzubereiten. Anfänglich ging man von einer Verpflegungsstärke von fast 750.000 Soldaten in seinem Abschnitt aus. Da ab dem Herbst 1945 aber durch Entlassungen schon viele Soldaten das Sperrgebiet verlassen hatten, wird von der Korpsgruppe Stockhausen (also für das gesamte Sperrgebiet F) am 6. Dezember 1945 nur noch eine Verpflegungsstärke von 87.573 Mann genannt. Anfang Januar 1945 wurde das Sperrgebiet deutlich verkleinert. Anfang März 1946 wurde das Sperrgebiet aufgelöst und die letzten Gefangenen in ein Gefangenlager nach Belgien verbracht. Generalleutnant von Stockhausen weilte bis 1947 in britischer Gefangenschaft und wurde anschließend nach Jugoslawien ausgeliefert. Dort wurde er am 25. März 1948 wegen des Kriegsverbrechens in Pancevo zum Tode verurteilt. Seine Rolle bei dem Voirfall ist aber nie abschließend geklärt wurden. Danach wurde  er bis 1952 in jugoslawischer Haft festgehalten. Ein von ihm am 28. Januar 1952 abgefasster Lagebericht konnte aus seiner Haft in Sremska Mitrovica in der Woiwodina nach Deutschland geschmuggelt werden. Das Dokument gelangte bis zum damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer. Bald darauf wurde er freigelassen. Kurz nach seinem Tod gab es auch in Deutschland eine Anklage gegen Angehörige seines Regiments für die Tat in Pancevo. Dieses wurde nach acht Jahren ohne Anklage eingestellt.

Er hatte noch drei Schwestern:       
Seine älteste Schwester war die am 4. August 1883 in Münster geborene Marita Maria Sophie Karoline Wilhelmine Berta von Stockhausen. Diese heiratete am 3. April 1907 den über vier Jahre älteren Marineoffizier Norbert von Görschen. Der Ehemann brachte es bis zum Kapitän zu See. Seine Schwester starb am 29. April 1949 in Bonn. 
Eine weitere ältere Schwester war die die am 1. August 1887 in Münster geborene Bertha Hermangilde Maria von Stockhausen. Sie heiratete am 11. Juli 1912 den fast siebeneinhalb Jahre älteren Dr. jur. Waldemar Schleicher in Aachen. Der Ehemann starb als Amtsgerichtsrat am 23. November 1944 in Dabringhausen. Seine Schwester selbst starb kurz vor Kriegsende am 18. März 1945 in Hof.
Seine jüngere Schwester war die am 20. November 1894 in Köln geborene Mathilde Maria von Stockhausen. Sie starb bereits am 10. Mai 1936 in Essen. Sie war seit dem 1. Mai 1918 mit dem einunddreißigeinhalb Jahre älteren Justizrat Hyazinth Clemens verheiratet.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
Pers 6/301016
Pers 6/943