Freiherr von Strachwitz und Groß-Zauche, Mauritz Egon Kurt Anton Friedrich

 

* 12. Dezember 1898, Bruschewitz bei Hundsfeld, Kreis Trebnitz (Niederschlesien)

† 21. Oktober 1953, Lager Asbest, Oblast Swerdlowsk (Gefangenschaft)

 

 

Mauritz Freiherr von Strachwitz war das älteste Kind vom Rittergutsbesitzer und Rittmeister der Landwehr-Kavallerie a. D. Mauritz Anton Friedrich Rudolf Hyazinth Adam Freiherr von Strachwitz und dessen Ehefrau Dora Jeanette Mathilde, geborene von Nostitz und Jänckendorf. Er besuchte von 1914 bis 1916 ein Gymnasium in Wohlau. Sein Zeugnis der Reife zum Fähnrich erhielt er am 14. Juli 1916 in Berlin. Daraufhin trat er am 17. Juli 1916 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam er in die Ersatz-Eskadron vom 1. Schlesisches Husaren-Regiment "von Schill" Nr. 4 in Ohlau. Bei dieser wurde er am 1. September 1916 vereidigt und am 10. September 1916 zum Fahnenjunker-Gefreiten befördert. Es folgte die Beförderung zum Fahnenjunker-Unteroffizier am 30. September 1916. Vom 10. Oktober 1916 bis zum 1. November 1916 wurde er zum Zug- und Unterführer-Kursus auf den Truppenübungsplatz Neuhammer kommandiert. Vom 9. Februar 1917 bis zum 30. Juni 1917 wurde er zum Fahnenjunker-Kursus auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Am 17. Juli 1917 kam er dann zum 1. Schlesisches Husaren-Regiment "von Schill" Nr. 4 an die Front. Dieses befand sich zu dieser Zeit in de Stellungskämpfen an der oberen Schtara und dem Serwetsch. Dort wurde er am 3. August 1917 zum Fähnrich befördert. Vom 4. August 1917 bis zum 12. Januar 1918 wurde er zum Kursus für leichte MG und Zugführer-Kursus am schweren MG zur MG-Kompanie vom Landsturm-Bataillon Gotha kommandiert. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 25. September 1917 verliehen. Während des Kursus wurde er am 28. Dezember 1917 zum Leutnant, vorläufig ohne Patent befördert. Mit dem Ende des Kursus in Gotha wurde er vom 12. Januar 1918 bis zum 27. März 1918 als Ordonanzoffizier in den Infanterieabschnitt der verstärkten 93. Infanterie-Brigade kommandiert. Im Sommer 1918 wurde er leicht verwundet. Danach wurde er vom 15. September 1918 bis zum 8. Oktober 1918 zum Kompanieführer-Kursus nach Libau kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er am 9. Oktober 1918 als Ordonanzoffizier zum Infanterie-Regiment Nr. 188 versetzt. Bei diesem wurde er ab dem 7. November 1918 als Kompanieführer eingesetzt. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 8. November 1918 verliehen. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er am 10. Januar 1919 wieder in die Ersatz-Eskadron vom 1. Schlesisches Husaren-Regiment "von Schill" Nr. 4 in Ohlau versetzt. Ab dem 9. Februar 1919 war er im Grenzschutz beim Husaren-Regiment 4 in der "Freiwilligen 12. Infanterie-Division" aktiv. Am 1. Juli 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei kam er jetzt zum Reichswehr-Kavallerie-Regiment 8 der Reichswehr-Brigade 8. Infolge Umformierung wurde er am 9. Oktober 1919 neu vereidigt. Am 13. April 1920 wurde er in das Reiter-Regiment 7 versetzt. Auch bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er zum Reiter-Regiment 7 der 2. Kavallerie-Division. Am 9. Juli 1920 wurde er infolge der Heeresverminderung aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Am 11. Oktober 1920 wurde er im 100.000 Mann-Heer der Reichswehr wieder angestellt. Er kam dabei wieder zum Reiter-Regiment 7 der 2. Kavallerie-Division in Breslau. Bei diesem wurde er als Eskadronoffizier eingesetzt. Vom 31. Oktober 1921 bis zum 12. November 1921 wurde er zum Kursus für indirektes Schießen mit dem MG auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer kommandiert. Am 31. Dezember 1921 hat er ein Patent seines Dienstgrades vom 18. Dezember 1917 erhalten. Ab dem 7. Februar 1922 wurde er als Führer eines MG-Halbzug-Führer im 7. (Preußisches) Reiter-Regiment eingesetzt. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. August 1917 (11) zugewiesen. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 gehörte er etatmäßig für einige Zeit als Eskadronoffizier zur 1. Eskadron seines Regiments in Breslau. Am 13. Dezember 1923 wurde er ab dem 22. Dezember 1923 für drei Wochen nach Italien beurlaubt. Vom 16. Septeber 1924 bis zum 7. Oktober 1924 wurde er zu einem MG-Lehrgang auf dem Truppenübungsplatz Königsbrück kommandiert. Spätestens ab dem Frühjahr 1925 gehörte er etatmäßig zum Regimentsstab seines Regiments in Breslau. Am 31. Juli 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1925 (575) zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er vom 20. Oktober 1925 bis zum 28. November 1925 wurde er zum Kampfschul-Lehrgang auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Im folgenden Frühjahr wurde er vom 19. April 1926 bis zum 8. Mai 1926 zum Lehrgang am schweren MG auf den Truppenübungsplatz Neuhammer kommandiert. Am 19. Juni 1926 stellte er den Antrag auf Erteilung einer Heiratserlaubnis, die er am 4. September 1926 auch erhalten hat. Am 6. September 1926 heiratete er die über sechs Jahre jüngere Elisabeth Bertha Johanna Maria Freiin von Landsberg-Velen, Tochter vom Major a.D. Alfred Friedrich Freiherr von Landsberg-Velen in Drensteinfurt bei Münster. Aus dieser Ehe entsprangen 2 Söhne und 2 Töchter. Vom 4. April 1927 bis zum 21. August 1927 wurde er zum V. Offizier-Waffenschullehrgang zur Infanterieschule nach Dresden kommandiert. Während dieser Kommandierung wurde er am 15. April 1927 zum MG-Offizier beim Stab vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment in Breslau ernannt. Sein ältestes Kind war die am 24. Oktober 1927 in Breslau geborene Marie-Elisabeth Freiin von Strachwitz. Am 30. Dezember 1927 wurde er vom 9. Januar 1928 bis zum 23. Januar 1928 erneut nach Italien und zusätzlich Monte Carlo beurlaubt. Ween verspäteten Eingang des Passes musste der Urlaub dann noch auf den Zeitraum 16. Januar 1928 bis 30. Januar 1928 verschoben werden. 1928 wohnte er privat in der 3. Etage im Schweidnitzer Stadtgraben 17 in Breslau und hatte die Telefonnummer 8467. Er wurde etatmäßig am 1. November 1928 in die 2. Eskadron seines Regiments versetzt. Sein zweites Kind war der am 21. Juli 1929 ebenfalls in Breslau geborene Mauritz Bodo Johann Friedrich Hyazinth Freiherr von Strachwitz. Am 12. September 1930 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1930 zum Stab der 4. Division der Reichswehr nach Dresden versetzt. Dort absolvierte er jetzt seine Führergehilfenausbildung. Privat wohnte er während der Zeit im Erdgeschoß in der Wiener Straße 78 in Dresden. 1932 bis 1934 war er Besitzer des Ritterguts Maserwitz im Kreis Neumarkt. Am 1. September 1932 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 unter Beibehaltung seiner bisherigen Uniform in das 18. Reiter-Regiment versetzt und zur Kommandantur Berlin kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen. Seinen Dienst regelte der Chef vom Truppenamt (TA). Am 1. April 1933 (70) wurde er zum Rittmeister befördert. Sein drittes Kind war der am 10. August 1933 in Maserwitz, Kreis Neumarkt, geborene Wolfram Alfred Kurt Heinrich Freiherr von Strachwitz. Am 1. Oktober 1933 wurde er als Hauptmann zur Kommandantur Breslau versetzt. Gleichzeitig erhielt er die Anweisung die Uniform der Führerstabsoffiziere zu tragen. Die Kommandantur Breslau wurde ab dem 1. April 1934 als Grenzabschnitt-Kommando Breslau bezeichnet. Am 2. August 1934 wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler neu vereidigt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 in den Generalstab vom Grenzabschnittkommando Breslau versetzt. Er wohnte jetzt privat im Erdgeschoss der Kaiser-Wilhelm-Straße 57 in Breslau XIII. Sein jüngstes Kind war die am 4. Mai 1935 in Breslau geborene Helga Rosario Maria Elisabeth Freiin von Strachwitz. Bei der Entarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 als Rittmeister zum Chef der 5. (Ausbildungs-) Schwadron vom Reiter-Regiment 8 in Brieg (Bezirk Breslau) ernannt. Dort bezog er privat eine Wohnung im Grünen Weg 2 in Brieg. Am 2. Mai 1936 wurde er vom 4. Mai 1936 bis zum 11. Mai 1936 nach Estland beurlaubt, er besuchte dort die Hochzeit seines Bruders. Bei der erneuten Umbenennung des Regiments zum Kavallerie-Regiment 8 am 1. Juli 1936 blieb er Chef der 5. Schwadron. Am 2. Juli 1936 wurde er mit Wirkung vom 6. Oktober 1936 zum Stab der Inspektion der Kavallerie (In 3) im Reichskriegsministerium (RKM) versetzt. Bereits vor der Versetzung wurde er am 2. August 1936 mit Wirkung vom 1. August 1936 (75) zum Major i.G. befördert. Am 19. Februar 1938 wurde er mit Wirkung vom 1. März 1938 als Nachfolger von Major Rudolf Schmundt als 1. Generalstabsoffizier (Ia) zum Generalstab der 18. Infanterie-Division nach Liegnitz versetzt, der Umzug sei aber nicht auszuführen. Die Umzugsgenehmigung hat er am 23. Mai 1938 erteilt. Anfang 1939 war er noch immer in der inzwischen zur Straße der SA umbenannten Hausnummer 57 in Breslau XIII gemeldet. Am 20. März 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1939 zum Oberstleutnant i.G. befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1939 (29a) festgelegt. Mit seiner Division nahm er bei Beginn des 2. Weltkrieges am Polenfeldzug teil. Dabei wurde ihm am 22. September 1939 die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Mit der Spange zum Eisernen Kreuz 1.Klasse wurde er bereits am 4. Oktober 1939 ausgezeichnet. Sein Vater starb bereits am 6. September 1939 in Breslau. Kurz nach der Verlegung der Division an die Westfront wurde er am 31. Oktober 1939 mit Wirkung vom 5. November 1939 in den Generalstab vom Generalkommando VIII. Armeekorps versetzt. Dort wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant i.G. Bernhard Steinmetz auch wieder als Ia verwendet. In dieser Funktion zog er mit dem Korps im Frühjahr 1940 in den Westfeldzug. Am 15. Oktober 1940 wurde er mit Wirkung vom 25. Oktober 1940 als Nachfolger von Oberst i.G. Arthur Schmidt als Ia zum Generalstab der 18. Armee versetzt. Am 13. Dezember 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1942 (48) zum Oberst i.G. befördert. Am 10. April 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Dr. Ing. h.c. Kurt Waeger, Chef des Generalstabes der 18. Armee:
"Uranständiger Charakter. Gute soldatische Erscheinung, Gesundes Urteil in allen taktischen, Ausbildungs- und Organisationsfragen. Sinn für alle Truppenbelange. Eifrig und gewissenhaft in der Arbeit. Als Ia einer Armee vor dem Feind voll bewährt. Guter Kamerad. Spange zum EK 2. und 1. Klasse. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Chef des Generalstabes eines Armeekorps." Dazu ergänzte am gleiche Tag General der Kavallerie Georg Lindemann, OB der 18. Armee: "Einverstanden! Ein sehr guter 1. Generalstabsoffizier einer Armee mit nie ermüdender Arbeitskraft und gutem klaren taktischen Verständnis. Hat 3 Wochen unter schwierigen Kampfverhältnissen den Chef des Generalstabes der Armee mit großem Erfolg vertreten. Zum Chef des Generalstabes eines Armeekorps geeignet." Am 28. April 1942 ergänzte dazu Generalmajor Wilhelm Hasse, Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Nord: "Mit der sehr guten Beurteilung voll einverstanden. Hervorzuheben ist, dass er, je ernster die Lage sich entwickelt, um so mehr den zähen Willen zeigt, Aushilfen zu finden und den Schwierigkeiten Herr zu werden." Dazu ergänzte am gleichen 28. April 1942 Generaloberst Georg von Küchler, OB der Heeresgruppe Nord: "Mit Beurteilung und Eignungsvorschlag einverstanden. Hat sich als Ia des AOK ausgezeichnet bewährt." Als Oberst wurde er am 10. Juli 1942 mit Wirkung vom 15. Juli 1942 zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando X. Armeekorps ernannt. Dieses wurde im Nordabschnitt der Ostfront bei der 16. Armee eingesetzt. Im Januar 1943 wurde ihm von Generaloberst Ernst Busch, OB der 16. Armee, die Eignung zum Divisionskommandeur zugesprochen. Am 1. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von General der Artillerie Christian Hansen, KG vom X. Armeekorps: "In der Führung des Stabes sicher und gewandt. Positive Einstellung zu allen Dingen. In größeren Verhältnissen fällt es ihm bisweilen nicht leicht, den Überblick über das Ganze zu behalten. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Belassung als Korpschef. Kein Armee-Chef." Dazu ergänzte am 7. März 1943 Generalmajor Hans Boeckh-Behrens, Chef des Generalstabes der 16. Armee: "Kein Armee-Chef, später Divisionskommandeur." Dazu ergänzte Generalfeldmarschall Ernst Busch, OB der 16. Armee: "Einverstanden." Am 27. März 1943 ergänzte dann noch Generalfeldmarschall Georg von Küchler, OB der Heeresgruppe Nord: "Als Korpschef gut bewährt, Divisionskommandeur." Das Deutsche Kreuz in Gold wurde ihm am 21. Mai 1943 verliehen. Kurz danach führte er einige Wochen die 18. Panzer-Grenadier-Division. Am 28. September 1943 wurde er mit Wirkung vom 25. September 1943 in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Chef vom Heeres-Personalamt (HPA). Seine Privatanschrift war damals noch immer die Straße der SA 57 in Breslau XIII. Am 28. September 1943 wurde er von diesem mit dem 21. Oktober 1943 wieder für anderweite Verwendung zur Verfügung gestellt. Er war solange nach Gut Möwengrund beurlaubt, wo er unter der Telefonnummer Breslau 49231 erreichbar war. Am 12. Oktober 1943 erhielt er folgende Beurteilung zur vorherigen Tätigkeit von General der Artillerie Christian Hansen, KG vom X. Armeekorps: "Vor dem Feind durch persönlichen Einsatz und Härte des Willens bewährt. Hat 5 Wochen die 18. Panzer-Grenadier-Division in Stellung mit Erfolg geführt. Gesundes taktisches Urteil. Besonderes Verständnis für Fragen der Verwaltung. Divisons-Kommandeur." Dazu ergänzte am 15. Oktober 1943 Oberst i.G. Paul Reinhold Herrmann, Chef des Generalstabes der 16. Armee: "Ausgezeichneter Korpschef, der besonders gut zu improvisieren verstand." Am 2. November 1943 ergänzte dann noch von Generalfeldmarschall Georg von Küchler, OB der Heeresgruppe Nord: "Über Durchschnitt." Am 25. Januar 1944 wurde er mit Wirkung vom 15. November 1943 in die Führerreserve der Heeresgruppe Mitte versetzt. Dort wurde er am 4. Februar 1944 mit Wirkung vom 20. November 1943 mit der Führung der 87. Infanterie-Division beauftragt, die sich damals im Mittelabschnitt der Ostfront bei Witebsk befand. Am 20. Februar 1944 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1944 (15) zum Generalmajor befördert. Damit wurde er jetzt auch zum Kommandeur der 87. Infanterie-Division ernannt. Vom 4. Mai 1944 bis zum 6. Juli 1944 erhielt er Urlaub und eine Kur in Bad Salzbrunn genehmigt. Letztere absolvierte er vom 30. Mai 1944 bis zum 28. Juni 1944. Am 1. Juni 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Carl Hilpert, KG vom I. Armeekorps: "Frischer, beweglicher um Erziehung, Festigung und Ausbildung bemühter Divisionskommandeur. In allen taktischen Fragen sehr urteilsfähig und durchgebildet. Einsatzbereit und energisch. Voll eigener Gedanken und steter Initiative, um Aushilfen nie verlegen. Als Mensch besonders wertvoll. Stets offen und loyal. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Eignung zum Kommandierenden General zu erwarten." Dazu ergänzte am 10. Juni 1944 General der Artillerie Christian Hansen, OB der 16. Armee: "Einverstanden. Wertvolle Persönlichkeit. Mir seit langem als Korpschef bekannt. Eignung zum Kommandierenden General muss von weiterer Entwicklung abhängig gemacht werden." Am 23. Juni 1944 ergänzte Generaloberst Georg Lindemann, OB der Heeresgruppe Nord: "Einverstanden. Mir als Ia der 18. Armee gut bekannt. Wird sich zweifellos die Eignung zum Kommandierenden General erwerben." Nach der Kur kehrte er wieder zu seiner 87. Infanterie-Division an die Ostfront zurück. Am 1. Juli 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Carl Hilpert, KG vom I. Armeekorps: "siehe Beurteilung vom 1. Juni 1944. Bewertung: Füllt sehr gut aus. Empfehlung: Divisionskommandeur (uneingeschränkt), Belassung." Am 13. Juli 1944 wurde durch General der Artillerie Christian Hansen, OB der 16. Armee und Generaloberst Johannes Frießner, OB der Heeresgruppe Nord, sein Vorschlag zur vorzugsweisen Beförderung zum Generalleutnant befürwortet. Dort wurde er am 20. August 1944 mit Wirkung vom 1. August 1944 (6) zum Generalleutnant befördert. Am 18. September 1944 wurde er durch Infanteriegeschoß am linken Oberschenkel verwundet und musste die Divisionsführung abgeben. Daraufhin wurde er deswegen am 22. September 1944 in das Reservelazarett Breslau IV eingeliefert. Mit der stellvertretenden Führung der 87. Infanterie-Division wurde Generalmajor Gerhard Feyerabend beauftragt. Am 7. November 1944 wurde seine Einsatzfähigkeit für in ca. 4 bis 6 Wochen eingeschätzt. Anfang 1945 übernahm er wieder sein Kommando über die Division. Diese führte er dann in den Kurlandschlachten bis Kriegsende. Seine Mutter kam auf der Flucht bei Sagan am 4. Februar 1945 ums Leben. Nach der Kapitulation der Wehrmacht geriet er selbst am 9. Mai 1945 in Wainoden (Vaiņode) in Lettland in sowjetische Gefangenschaft, Diese verbrachte er in den nächsten Jahren in verschiedenen NKWD-Lagern Nr. 27/Krasnogorsk, 271/Witebsk, 362/Stalingrad, 478/Swerdlowsk, im Gefängnis Nr. 1/Witebsk und im Gulag Workuta. Während der Zeit wurde er am 18. August 1948 routinemäßig vom Militärtribunal im Gebiet Witebsk zu 25 Jahren Besserungs-Arbeitslager verurteilt. Am 21. Oktober 1953 ist er an Lebercirrhose verstorben. Nach dem Sterberegistereintrag wurde als Todesursache Schrumpfniere angegben. Nach Augenzeugenberichten trat der Tod am 21. Oktober 1953 5 Uhr morgens Ortszeit durch ein Leberleiden. Sein Sohn Mauritz Bodo hatte am 3. Oktober 1951 das erste Mal geheiratet. Er ehelichte dabei die drei Monate ältere Margot Erdmann. Aus dieser Ehe entsprangen von 1951 bis 1959 vier Kinder, sie wurde aber bereits 1963 wieder geschieden. Sein Sohn heiratete später noch zweimal. Seine eigene Witwe Elisabeth Bertha Johanna Maria Freiin von Strachwitz starb am 15. Mai 1987.

Er hatte noch drei jüngere Geschwister:
Seine jüngere Schwester war die am 7. Februar 1901 in Bruschewitz geborene Marie- Luise Irmgard Dorothea Freiin von Strachwitz. Sie starb am 9. März 1994 in Pfalzgrafenweiler.
Eine weitere jüngere Schwester war die am 6. Oktober 1903 in Bruschewitz geborene Gertrud Anna Florentina Freiin von Strachwitz. Diese heiratete am 27. September 1930 den fünfzehn Jahre älteren Erich Ottomar Freiherr Klinger von Klingerstorff in Prag. Am 26. Juli 1931 wurde dem Paar der erste Sohn geschenkt, der als Karl Freiherr Klinger von Klingerstorff in Prag das Licht der Welt erblickte. Am 9. Mai 1940 wurde noch der zweite Sohn Georg Freiherr Klinger von Klingerstorff ebenfalls in Prag geboren.
Sein jüngerer Bruder war der am 17. Februar 1907 in Bruschewitz geborene Curt Mauritz Heinrich Adam Freiherr von Strachwitz. Dieser wurde von Maria von Reuß adoptiert. Er heiratete am 4. Mai 1936 die fast anderthalb Jahre jüngere Johanna Marie Alice von Bulmerincq, Tochter von Professor Alexander von Bulmerincq, in Tartü (Dorpat) in Estland. Er lebte im Krieg als Landwirt auf dem elterlichen Gut, welches jetzt Möwengrund hieß. Kurz vor Kriegsende wurde er auch einberufen. Als Gefreiter ist er etwa am 1. Januar 1945 gefallen. Seine Witwe Johanna von Reuss und Freifrau von Strachwitz starb im hohen Alter von 104 Jahren am 28. Juli 2011 in Bonn.

 

Ritterkreuz (9. Januar 1945)

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
Pers 6/301030
Pers 6/945