Cranz, Friedrich-Carl Wilhelm

 

* 14. November 1886, Kulm / Westpreußen

† 24. März 1941, Truppenübungsplatz Neuhammer (Unfall)

 

 

Friedrich-Carl Cranz war der Sohn des Hauptmann und Kompaniechefs im Jäger-Bataillon Nr. 2, Friedrich Wilhelm Hermann Cranz, und dessen neun Jahre jüngerer Ehefrau Wilhelmine Katharina, geborene von Stosch. Seine Mutter starb am 12. März 1889 in Kulm. Daraufhin heiratete sein Vater al Mitglied der Gewehr-Prüfungs-Kommission am 6. Oktober 1891 die achtzehn Jahre jüngere Katharina Pauline Kupfer, Tochter des verstorbenen Justizrats Johann Samuel Gotthelf Kupfer, in Spandau. Sein Vater starb als Oberst und Kommandant der Festung Wesel am 11. Mai 1907 im Alter von 55 Jahren an einem Gehirnschlag. Er selbst trat am 14. Januar 1905 als Fahnenjunker in das 5. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 113 ein. Am 21. Mai 1906 wurde er in diesem Regiment zum Leutnant befördert. Er heiratete als Adjutant seines Regimets am 3. August 1914 die ein Jahr jüngere Ilse Hoffmann, Tochter des Generalmajors z.D. Wilhelm Hoffmann, in Freiburg im Breisgau. Aus der Ehe entsprangen zwei Töchter und ein Sohn. Am 18. Dezember 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Seine Tochter Ilse-Ursula Wilhelma Charlotte Cranz wurde am 31. März 1917 in Freiburg im Breisgau geboren. Im Ersten Weltkrieg wurde er zuletzt als 2. Generalstabsoffizier beim Stab der 115. Infanterie-Division und Ia im Stab der 45. Reserve-Division eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er in das Reichsheer übernommen. Zuerst wurde er dabei im Reichswehr-Infanterie-Regiment 102 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres kam er dann zum 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Im Jahr 1922 wurde sein Rangdienstalter als Hauptmann auf den 18. Dezember 1915 (10) festgelegt. 1924 war er dann Chef der 5. Kompanie vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Kolberg. Ab dem 1. April 1926 wurde er in der Kommandantur der Festung Breslau als Adjutant eingesetzt. Am 1. November 1928 (7) wurde er zum Major befördert. Ab dem 1. April 1929 wurde Major Cranz dann als Major beim Stabe und Fürsorgeoffizier beim Stab des III. Bataillons vom 14. (Württ.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Sein einziger Sohn Wolfgang Cranz wurde am 7. Juli 1930 in Konstanz geboren. Am 20. August 1930 wurde er vom 6. Oktober 1930 bis zum 31. Oktober 1930 zum Schießlehrgang A (Stabsoffiziere) für schwere Infanterie-Waffen kommandiert. Zum 1. November 1930 wurde er zum Kommandeur des III. Bataillons vom 14. (Württ.) Infanterie-Regiment ernannt. Vom 20. November 1930 bis zum 2. Dezember 1930 wurde er als Teilnehmer zum Stabsoffizierlehrgang der 5. Division kommandiert. Dieser Lehrgang wurde vom Artillerieführer V im Standortoffizierheim durchgeführt. Zwecks Vortrag bzw. Vorführung wurden Oberstleutnant Curt Haase, II./A.R.5, Oberstleutnant Kurt Sieglin, Kdtr. Stuttgart, Major Emil Reischle, I./I.R.13 und Hauptmann Freiherr von Neubeck zur Verfügung gestellt. Außerdem standen von den Offizieren des Stabes der 5. Division zur Verfügung: Oberstleutnant Alois Josef von Molo, Oberstleutnant a.D. Freiherr von Watter, Oberstleutnant a.D. Gustav von Detten, Major Wilhelm Stemmermann, Major Herbert Geitner, Hauptmann Wilhelm Schindke, Hauptmann Karl Barlen, sowie ein Beamter des Wehrkreis-Verwaltungsamtes. Außer ihm wurden Major Wolf Schede, Stab 5. Div., Major Georg Gawantka, Stab 5. Div., Oberstleutnant Fritz Willich, II./I.R.13, Major Albert Most, II./I.R.13, Major Karl Kitzinger, I./I.R.13, Major Ruland, III./I.R.14, Major Eugen Bilharz, II./I.R.14, Major Waldemar Klepke, I./I.R.15, Major Max Dennerlein, Pi.Btl. 5, Oberstleutnant Walther Lucht, I./A.R.5, Major Ulrich Vasoll, II./A.R.5, Major Georg on Kutzleben, I./A.R.5, Major Erich Schwenzer, Kdtr. Ulm, Major Rudolf Veiel, Stab 3. Kav.Div., Major Hermann Meyer-Rabingen, Stab 3. Kav.Div., Major Fritz von Brodowski, R.R.16, Major von Geldern, R.R.16, Major Ralph Winsloe, R.R.18 zu dieser Übung kommandiert. Zum 1. Februar 1933 wurde er in den Stab der 5. Division der Reichswehr versetzt. Dort wurde er als Adjutant verwendet und zum 1. April 1933 (7) zum Oberstleutnant befördert. Zum 1. April 1935 (5) wurde er zum Oberst befördert. Am 1. August 1936 wurde er zum Abteilungschef der Abteilung P 2 im Heerespersonalamt (HPA) ernannt. Am 1. Juni 1938 wurde er zum Generalmajor befördert. Seine älteste Tochter Else Cranz heiratete am 5. Februar 1938 den sechseinhalb Jahre älteren Oberleutnant und Adjutant im Artillerie-Regment 25, Karl Heinrich Adolf Hornig, Sohn des Eduard Hermann Hornig, in Berlin. Er selbst wurde bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Spätsommer 1939 zum Kommandeur der 18. Infanterie-Division ernannt. Er führte die Division zuerst im Polenfeldzug ins Gefecht. Dabei wurden ihm beide Spangen zu den Eisernen Kreuzen verliehen. Danach ging er mit der Division in den Westen und führte sie gegen Frankreich ins Feld. Am 29. Juni 1940 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Noch während des Westfeldzuges wurde er am 1. Juli 1940 zum Generalleutnant befördert. Auch nach der Umgliederung der Division zur 18. Infanterie-Division (motorisiert) im Herbst 1940 blieb er der Kommandeur. Seine Frau lebte damals in der Bilsestraße 6 in Liegnitz. Das Paar hatte noch eine Zweizimmer-Wohnung in der Graf-Spee-Straße 19 in Berlin. Am 24. März 1941 ist Friedrich-Karl Cranz auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer durch Fehlschuss beim Scharfschießen der Artillerie tödlich verunglückt. Er wurde feierlich auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt. Nach seinem Tod zog seine Frau mit dem einzigen Sohn in die Blücherstraße 8 in Ludwigsburg. Sein Schwiegersohn Oberstleutnant i.G. Adolf Hornig ist seit dem 26. Juni 1944 vermisst, dieser war seit dem 8. Dezember 1943 Träger des Deutschen Kreuz in Gold. Sein Cousin war der spätere Generalleutnant Fritz Cranz, ihre Väter waren Brüder.

Aus der am 12. Mai 1878 in Lübben geschlossenen Ehe seiner Eltern sind folgende Geschwister bekannt:
Seine ältere Schwester war die am 10. Februar 1881 in Berlin geborene Friederike Hedwig Katharine Ursula Cranz. Der Vater war damals als Premierleutnant im Jäger-Bataillon Nr. 3 zum Großen Generalstab kommandiert und die Familie wohnte in der Bülowstraße 98 in Berlin. Diese Schwester starb am 5. August 1965 in Großenbrode.
Eine weitere ältere Schwester war die am 29. Mai 1882 in Lübben geborene Anna Hedwig Wilhelmine Catharina Cranz. Diese heiratete am 1900 den sechzehn Jahre älteren Kaufmann Johannes Walter Hirschberger, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Karl August Hirschberger, in Memel.
Eine weitere ältere Schwester war die am 23. März 1885 in Lübben geborene Hedwig Anna Elisabeth Cranz. Sie wohnte ledig 1917 in Kassel. Diese starb am 10. März 1953 in Wesel.
Sein jüngerer Bruder war der am 24. Oktober 1888 ebenfalls in Kulm geborene Wilhelm Eberhard Albrecht Cranz. Sein Bruder besuchte Gymnasien in Gumbinnen, Memel, Danzig, Metz und Essen. Nach dem Erreichen der Primareife trat er 1906 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Seine Beförderung zum Oberleutnant zur See erfolgte am 19. September 1912 (A3a). Er heiratete am 21. August 1914 die viereinhalb Jahre jüngere Ellen Herta Mathilde Susemihl. Dem Paar wurde am 25. Juli 1918 der Sohn Günther Cranz in Kiel geboren. Seine Ehefrau starb am 5. April 1923 im Alter von 29 Jahren im Stubenrauch-Kreiskrankenhaus in Berlin. Als deren Todesursache wurde Scharlach-Toxeniie und Herzschwäche angegeben. Sie wohnte damals in der Potsdamer Straße 15 in Berlin-Lichterfelde. Er heiratete daraufhin am 4. Februar 1928 die Aenni Überschär. Sein Bruder war 1936 Major (E) und arbeitete im Reichsluftfahrtministerium. Er wohnte in der Heerstraße 37 in Staaken und hatte dort die Telefonnummer 377124. Zum 1. Februar 1939 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 15. Juni 1939 wurde er zum Kommandeur der Torpedoschule der Luftwaffe ernannt. Diese Position behielt er auch bei Beginn des 2. Weltkrieges. Anfang 1941 wurde er als Schulkommandeur abgelöst. Zeitweise war er Kommandant der Fliegerhorstkommandantur Großenbrode. Im Jahr 1942 diente er zeitweise beim Flieger-Ausbildungs-Regiment 16. Am 1. Dezember 1942 wurde er zum Stab der Wehrersatzinspektion Königsberg versetzt. Mitte März 1943 wurde er als Luftwaffenverbindungsoffizier zum Stellvertretenden Generalkommando I. Armeekorps in Königsberg kommandiert. Sein Sohn Günther Cranz ist als Obergefreiter und Angehöriger der 1. Kompanie der Nachrichten-Abteilung 240 am 7. März 1944 bei Narwa durch Infanteriegeschoß im Kopf gefallen. Sein Bruder Wilhelm Cranz starb am 4. Juni 1963 in Großenbrode (Holstein).
Aus der am 6. Oktober 1891 geschlossenen zweiten Ehe seines Vaters hatte er auch noch Halbgeschwister:
Ein jüngerer Halbbruder war der am 19. Oktober 1892 in Gnesen geborene Joachim Friedrich Gotthelf Cranz. Er wurde Landwirt und reiste am 25. August 1912 mit der von Bremerhaven nach Swakopmund in Afrika. Er heiratete später die über fünf Jahre jüngere Marie Anna Elise von Selle. Mit dieser hatte er mehrere Kinder und gründete die Farm Isabis in Namibia. Dieser Bruder starb am 14. November 1966 in Namibia.
Ein weiterer jüngerer Halbbruder war der am 12. November 1894 in Gnesen geborene Eberhard Friedrich Wilhelm Gotthelf Cranz. 1917 war er Leutnant zur See und gehörte zu den Seefliegern. Dieser Bruder heiratete die jüngere Emma Caroline Mathilde Neuhaus. Die Ehefrau starb am 29. Januar 1936 in ihrer Wohnung in der Fürstenstraße 19 in Berlin-Zehlendorf. Sein Bruder war damals Major a.D. Von 1941 bis 1944 war er Kommandant vom Frontreparaturbetrieb GL Galatz (später GL 2651) (Land und See) auf dem Fliegerhorst Galatz in Rumänien. Im März 1944 war sein Bruder Kommandant der Fliegerhorst-Kommandantur Nikolayew-Nord. Sein Bruder starb am 8. Februar 1969 in Berlin.
Ein weiterer jüngerer Halbbruder war der am 1. November 1896 in Gumbinnen geborene Carl Friedrich Wilhelm Gotthelf Cranz. Die Familie wohnte damals in der Stallupöner Straße 48 in Gumbinnen, der Vater war damals Major und Bataillonskommandeur im Füsilier-Regiment "Graf Roon" Nr. 33. Sein Halbbruder diente 1940 im Oberkommando der Wehrmacht (OKW). 1941 war er bei der Luftwaffen-Kompanie z.b.V. als Wortberichter. 1943 diente er als 3. Generalstabsoffizier (Ic) bei der 1. Flieger-Division. Im August 1943 gehörte er zum Luftflottenkommando 6. Noch im gleichen Monat wurde er von dort zum Stab vom II. Flieger-Korps versetzt. 1944 war er Nationalsozialistischer Führungsoffizier (NSFO) beim Stab vom II. Fliegerkorps. Im Herbst 1944 war er NSFO beim Stab vom II. Jagdkorps. Dort wurde er zum 1. Dezember 1944 zum Oberstleutnant befördert. Noch im März 1945 besuchte der Halbbruder einen NS-Führungslehrgang for Lehrer.

 

Ritterkreuz (29. Juni 1940)