Wüstenhagen, Günther Ernst Albrecht
| * 19. Oktober 1892, Klostermansfeld † 26. Juni 1944, südwestlich von Witebsk
BArch Pers 6/1016 im August 1935 als Hauptmann (E) |
![]() BArch Pers 6/301419 |
Albrecht Wüstenhagen war der zweite Sohn des Königlichen Amtsrats und Domänenpächters, sowie Rittmeister der Landwehr a.D. Otto Wüstenhagen und dessen Ehefrau Emma, geborene Erxleben. Er trat nach seinem Abitur und der Ablegung des Fähnrichsexamens am Gymnasium Sangerhausen am 24. Mai 1913 als Fahnenjunker in das Württembergische Heer ein. Er kam dabei zur 2. Batterie vom Hohenzollernsches Fußartillerie-Regiment Nr. 13 in Ulm. Am 18. Oktober 1913 wurde er zum Fahnenjunker-Unteroffizier und am 27. Januar 1914 zum Fähnrich befördert. Vom 7. Februar 1914 bis zum 1. August 1914 wurde er zur Kriegsschule Hannover kommandiert. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg wurde er am 2. August 1914 zum Ersatz-Bataillon vom Hohenzollernsches Fußartillerie-Regiment Nr. 13 nach Straßburg im Elsaß versetzt. Dort wurde er am 8. August 1914 zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Am 9. September 1914 wurde er zurr 2. Batterie vom I. Reserve-Fußartillerie-Regiment 13 versetzt. Sein Patent als Leutnant hat er am 10. November 1914 (Pp) erhalten. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 30. Dezember 1914 verliehen. Vom 24. April 1915 bis zum 17. Mai 1915 wurde er zur Artillerie-Schießschule nach Jüterbog kommandiert. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 22. Oktober 1915 verliehen. Am 16. Juli 1916 wurde er zum Bataillons-Adjutant des I. Bataillons vom Hohenzollernsches Fußartillerie-Regiment Nr. 13 ernannt. Am 20. Dezember 1916 wurde er zum Regimentsadjutant im Fußartillerie-Regimentsstab 223 ernannt. Am 2. Juni 1917 wurde er mit dem Regimentsstab zur Artillerieschule der 3. Armee kommandiert. Die Erlaubnis zur Verheiratung erhielt er am 11. Juni 1918. Am 2. Juli 1918 wurde er zur Heeres-Artillerie-Schießschule Muzon kommandiert. Er heiratete am 22. Juli 1918 die viereinhalb Jahre jüngere Margarethe Seyffert, einzige Tochter vom am 10. November 1915 verstorbenen Sanitätsrat Dr. med. Johannes Seyffert, in Sangerhausen. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Am 26. Oktober 1918 erkrankte er so schwer, dass er in das Lazarett Maas-West-Mouzon eingeliefert werden musste. Am 30. Oktober 1918 wurde er in das Reservelazarett I Kaiserslautern verlegt. Nachdem er am 9. November 1918 aus dem Lazarett entlassen wurde, absolvierte er während seiner Reconvaleszenz ab dem 10. November 1918 eine landwirtschaftliche Ausbildung. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Daraufhin wurde er am 2. Juli 1919 zu den Reserve-Offizieren vom Fußartillerie-Regiment Nr. 24 überführt. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurden am 29. Juli 1919 seine Mobilmachungsbestimmungen aufgehoben und er wurde aus dem Heeresdienst entlassen. Eine Charaktererhöhung und die Berechtigung zum Tragen der Uniform wurden nicht beantragt.
Nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung als Lehrling und Beamter in Klostermansfeld vom 10. November 1918 bis zum 9. Juni 1921 wurde Albrecht Wüstenhagen ab dem 10. Juni 1921 für etwas mehr als en Jahr als landwirtschaftlicher Beamter bei der ehemaligen Firma Wüstenhagen & Co. in Hecklingen tätig. Bereits im Frühjahr 1919 trat er der Einwohnerwehr bei, der er bis zum Kapp-Putsch angehörte. Sein ältester Sohn Hans-Albrecht Wüstenhagen wurde am 2. Mai 1920 geboren. Sein Vater starb bereits am 27. Dezember 1920 in Klostermansfeld, woraufhin er bis zum 9. Jni 1921 auch den elterlichen Betrieb für die Erben weiterführte. Seine einzige Tochter Inge Wüstenhagen wurde am 1. Februar 1922 geboren. Ab dem 1. Juli 1922 war er landwirtschaftlicher Beamter in Klostermansfeld. Ab dem 1. April 1923 war er viele Jahre als Gutsadministrator in Ermsleben tätig. Außerdem war er auch Führer vom örtlichen Stahlhelm in Ermsleben. Sein jüngster Sohn Horst Wüstenhagen wurde am 3. Juni 1924 in Ermsleben geboren. Von 1927 bis zum 28. Februar 1935 hatte er das Amt als landwirtschaftlicher Berichterstatter für das Statistische Reichsamt ehrenhalber inne. Vom 1. März 1935 bis zum 31. Mai 1935 absolvierte er eine Probedienstzeit bei der Heeres-Feldzeug-Verwaltung IX in Kassel. Am 1. Juni 1935 wurde er als Hauptmann (E) ins Heer übernommen und als Ersatz für Hauptmann (E) Heinrich zum Adjutant in der Feldzeug-Verwaltung IX in Kassel ernannt. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Mai 1934 festgelegt. Am 13. September 1935 wurde er auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt. Vom 21. Juli 1936 bis zum 19. August 1936 wurde er zu einem Schießlehrgang für Artillerieoffiziere beim Lehrstab der Artillerieschule in Jüterbog kommandiert. Danach wurde er vom 1. September 1936 bis zum 31. Oktober 1936 zum Artillerie-Regiment 17 nach Nürnberg kommandiert. Am 1. November 1936 wurde er in das aktive Offizierkorps übernommen und als Chef der 10. (Ergänzungs-) Batterie in das Artillerie-Regiment 17 versetzt. Sei Rangdienstalter als Hauptmann wurde dabei auf den 1. November 1933 (76) festgelegt. Vom 20. Mai 1937 bis zum 24. Juli 1937 wurde er zum Lehrgang 15 für Artillerieoffiziere zur Kavallerieschule Hannover kommandiert. Ab dem 12. Oktober 1937 war er Batteriechef der 9. Batterie vom Artillerie-Regiment 17. Am 31. März 1938 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1938 (59) zum Major befördert. Im Dezember 1938 erhielt er folgende Beurteilung: "Ein gerader Charakter mit vorbildlicher Gesinnung. In der Arbeit sachlich, gründlich und unbedingt zuverlässig. Füllt seine Stelle als Batteriechef gut aus." Am 10. März 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1939 als Nachfolger von Oberstleutnant Friedrich Mühlmann zum Kommandeur der I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 22 in Verden an der Aller ernannt. Bereits am 6. Mai 1939 wurde er Wirkung vom 1. Mai 1939 zum Artillerie-Regiment 30 versetzt und als Nachfolger von Oberstleutnant Wilhelm Richter zum Kommandeur der II. Abteilung in Rendsburg ernannt. Seine private Anschrift war in Zukunft Am Gerhardshain 20 in Rendsburg, wo er die Telefonnummer 3016 hatte. Die Position als Abteilungskommandeur behielt er auch bei Ausbruch des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm bereits am 25. September 1939 verliehen. Während des Westfeldzuges wurde ihm am 28. Mai 1940 die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 9. Februar 1941 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Wilhelm Richter, Kdr. vom Artillerie-Regiment 30: "Klarer zuverlässiger, energischer Offizier. Vor dem Feinde voll bewährt. Sehr gute dienstliche Leistungen in Führung und Ausbildung und Erziehung der Abteilung. Bewertung: Stelle wird sehr gut ausgefüllt." Damit erklärte sich der Generalmajor Walter Büchs, Arko 22, am 14. Februar 1941: "Einverstanden!" und der Kommandeur der 30. Infanterie-Division, General der Infanterie Kurt von Tippelskirch, ergänzte am 18. Februar 1941: "Mir noch zu wenig bekannt." Am 13. Mai 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1941 (31) zum Oberstleutnant befördert. Am 30. Dezember 1941 wurde er mit Wirkung vom 28. November 1941 zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 129 ernannt. Ihm wurde am 1. März 1942 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 9. März 1942 reichte Generalmajor Stephan Rittau, Kdr. der 129. Infanterie-Division, einen Vorschlag zur vorzugsweisen Beförderung bzw. Verbesserung des Rangdienstalters mit folgender Begründung ein: "Oberstleutnant Wüstenhagen ist seit dem 1. Dezember 1941 Kommandeur des Artillerie-Regiments 129. Er übernahm das Regiment unter außerordentlich schwierigen Kampfverhältnissen. Hervorragend tapfer, körperlich außerordentlich beweglich, artilleristisch vorzüglich vorgebildet und taktisch ausgezeichnet veranlagt, war er in den schweren Kämpfen der letzten 3 Monate der Division eine unersetzbare Stütze. Seinem Einfluß und seinem Können war es nicht zuletzt zu verdanken, daß die schweren Krisen, in denen sich die Division wiederholt befand, glücklich gemeistert wurden. Er füllte seine Stelle als Kommandeur des Artillerie-Regiments unter den stärksten Belastungsproben vorzüglich aus und hat sich vor dem Feinde in einer Weise bewährt, wie sie nicht besser denkbar ist. Seine großen Fähigkeiten al Führer eines größeren Artillerieverbandes liegen klar zu Tage, sein Verbleiben bei der Division als Kommandeur des Artillerie-Regiments ist auf Grund seiner Leistungen im dienstlichen Interesse ganz besonders erwünscht. Da Oberstleutnant Wüstenhagen einen seiner Dienststellung entsprechenden Dienstgrad noch nicht besitzt, wird die vorzugsweise Beförderung dieses hochverdienten Offiziers zum Oberst unter Bezug auf die Verfügung des OKH Nr. 750/42 Ag P 1 / 11, Ziffer A 1 vom 17. Februar 1942 beantragt." Nur wenige Tage später reichten das XXVII. Armeekorps (13. März 1942), General der Infanterie Joachim Witthöft, und die 9. Armee (19. März 1942) diesen Vorschlag zur vorzugsweisen Beförderung bzw. Verbesserung des Rangdienstalters an das Heeres-Personalamt (HPA) im Oberkommendo des Heeres (OKH) befürwortend weiter. Kurz darauf reichte man erneut mit folgender Begründung einen Antrag auf Verbesserung vom RDA ein: "Hervorragend tapferer, außerordentlich beweglicher Regimentskommandeur, artilleristisch vorzüglich vorgebildet, taktisch ausgezeichnet. Seinem Können war es mit zu verdanken, daß die schweren Krisen, in denen sich die Division wiederholt befand, glücklich gemeistert wurde. Füllt seine Stelle vorzüglich aus. Klarer, zuverlässiger und energischer Offizier, vor dem Feinde voll bewährt. Füllt seine Stelle als Abteilungskommandeur sehr gut aus." Am 30. März 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Stephan Rittau, Kdr. der 129. Infanterie-Division: "Hervorragend, tapfere und taktisch ausgezeichnet veranlagter Regimentskommandeur mit großem Tatendrang und guter Organisationsgabe. Starke Persönlichkeit, die sich durchzusetzen weiß. Vornehmer und aufrechter Charakter. Vor dem Feinde vorzüglich bewährt. War der Division in den letzten Monaten während der schweren Kämpfe eine unersetzbare Stütze. Seinem Einfluß und seinem Können war es nicht zuletzt zu verdanken, daß die schweren Krisen, in denen sich die Division wiederholt befand, glücklich gemeistert wurden. Seine großen Fähigkeiten als Führer eines größeren Artillerieverbandes liegen klar zu Tage. Ist auf Grund seines hervorragenden Könnens und seiner großen Leistungen am 9. März 1942 von der Division zur vorzugsweisen Beförderung eingereicht wurden. Bewertung: Füllt Stelle sehr gut aus. Empfehlung: Artillerie-Kommandeur." Dazu ergänzte am 12. April 1942 Generalleutnant Heinrich Recke, Kdr. der 161. Infanterie-Division und Kommandeur der Gruppe Recke: "Nichts hinzuzufügen." Vom 16. April 1942 bis zum 6. Mai 1942 wurde er als stellvertretender Divisionsführer der 129. Infanterie-Division eingesetzt. Am 20. April 1942 folgte mit Wirkung vom 1. April 1942 (141a) die Beförderung zum Oberst. Vom 7. Mai 1942 bis zum 5. Juni 1942 führte er eine Kampfgruppe Wüstenhagen, bei der es sich wohl um einen Großteil der Division handelte. Sein Vorschlag zur Verleihung des Ritterkreuzes durch Generalmajor Albert Praun, Kdr. der 129. Infanterie-Division, ging am 30. November 1942 als Vorschlag-Nr. 1330 in die Dokumentation beim HPA vom OKH ein. Dabei schrieb der Divisionskommandeur folgendes: "Während der wochenlang dauernden Abwehrschlacht um Rshew stellte Oberst Wüstenhagen unzählige Male seinen Soldatenmut unter Beweis und hat durch seien persönlichen Einsatz in vorderster Linie, sowie durch die hervorragende Leitung des Artillerie-Feuers seines Regiments entscheidenden Anteil daran, dass die Abwehrfront der Division gegen zehnfache feindliche Übermacht gehalten werden konnte. Insbesondere war es am 24. August 1942 seiner überlegenen Führungskunst und dem rücksichtslosen Einsatz seiner Person zu danken, dass ein Durchbruch in Richtung Rshew verhindert wurde. Die 31. Feind-Armee griff nach 3-stündigem Trommelfeuer mit 5 Schützen-Divisionen und 2 Panzerbrigaden an, durchbrach einen Teil der Stellung und befand sich in fortschreitendem Angriff gegen Bortinowo, einer entscheidenden Höhenplatte, dem schlüsselpunkt der Flankenstellung der 129. Infanterie-Division, südostwärts Rshew (Beiliegende Skizze). In dieser schwersten Krise griff Oberst Wüstenhagen persönlich in vorderster Linie ein, setzte aus eigenem Entschluss die 1., 2., 4. und 5. Batterie zum Nahkampf gegen Panzer ein, organisierte eine neue Widerstandslinie, ordnete hier versprengte Infanterieteile und brachte durch seinen überragenden Schneid und sein kühn überlegenes Handeln den Feindangriff zum Stehen. Wo Oberst Wüstenhagen erschien, fassten die Männer trotz überwältigenden Artillerie-Feuers - 40 Feindbatterien aller Kaliber waren auf diesen Punkt zusammengefasst, etwa 20 Stalinorgeln, Panzerbeschuss von 30-40 angreifenden Feindpanzern und des Feuers aller Infanteriewaffen, neuen Mut und nehmen immer wieder den Abwehrkampf gegen die in Massen anstürmenden Bolschewisten auf. Oberst Wüstenhagen war im wahrsten Sinne die Seele des Widerstandes in den gelichteten Reihen. Am Abend des Kampftages deckten Hunderte von toten Russen das Feld, 10 Panzer waren von seinen Batterien abgeschossen worden. Der zusammengefasste Feindangriff der 5 Schützen-Divisionen und 2 Panzer-Brigaden war zusammengebrochen. Das Artillerie-Regiment verlor an diesem Tage 6 Offiziere, 75 Unteroffiziere und Mannschaften, sowie 6 leichte Feldhaubitzen 18 durch Feindbeschuss. Der Sieger dieses Tages, Oberst Wüstenhagen, hatte den starken Durchbruchsversuch der Russen gegen Flanke und Rücken von Rshew und die Unterbrechung der für das XXVII. Armeekorps und VI. Armeekorps lebenswichtigen Eisenbahnlinie Ssytschoka-Rshew verhindert. Einzelheiten der Tat des Oberst Wüstenhagen wurden wegen des Verlustes vieler Offiziere seines Regiments erst jetzt nach Abschluss der Kampfhandlungen bekannt." Dazu ergänzte Generalleutnant Walter Weiß, KG vom XXVII. Armeekorps: "Der Vorschlag für die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes an Oberst Wüstenhagen, Kdr. Art.Rgt. 129, wird von mir befürwortet." Als nächster ergänzte dann noch Generaloberst Walter Model, OB der 9. Armee: "Es ist das persönliche Verdienst des Oberst Wüstenhagen, dass der am 24. August 1942 mit starken Feindkräften geführte Durchbruchsversuch südostwärts Rshew scheiterte. Ich befürworte den Vorschlag." Als letztes ergänzte dann noch Generalfeldmarschall Günther von Kluge, OB der Heeresgruppe Mitte: "Befürwortet." Am 2. Dezember 1942 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.Vom 16. Januar 1943 bis zum 12. Februar 1943 wurde er erneut als stellvertretender Divisionsführer der 129. Infanterie-Division verwendet. Vom 12. Februar 1943 bis zum 20. Februar 1943 führte er stellvertretend für den erkrankten Generalleutnant Philipp Müller-Gebhard die 72. Infanterie-Division. Am 18. Februar 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Albert Praun, Kdr. der 129. Infanterie-Division: "Starke Persönlichkeit, hervorragend tapfer, klar und entschlußfreudig. Taktisch sehr gut veranlagt, artilleristisch ein großer Könner. Körperlich außerordentlich beweglich und hart, nationalsozialistische Haltung einwandfrei. Füllt seine Stelle als Regimentskommandeur sehr gut aus. Willensstark und mitreißend. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Später Divisionskommandeur. Zunächst noch Belassung in bisheriger Stelle." Dazu ergänzte Generalleutnant Karl Burdach, Führer vom XXVII. Armeekorps: "Einverstanden." Vom 21. Februar 1943 bis zum 26. März 1943 führte er stellvertretend die 330. Infanterie-Division. Vom 1. Juli 1943 bis zum 20. Juli 1943 wurde er als stellvertretender Divisionsführer der 95. Infanterie-Division für General Edgar Röhricht eingesetzt. Am 19. Juli 1943 wurde er selbst für 8 Tage beurlaubt und für ihn übernahm Generalmajor Bernhard Heydenreich, Arko 140 beim XXXIX. Panzerkorps die stellvertretende Führung der 95. Infanterie-Division. Am 29. Dezember 1943 wurde er mit Wirkung vom 25. September 1943 war er mit der stellvertretenden Führung der 110. Infanterie-Division beauftragt. Nach dem Vorschlag zur vorzugsweisen Beförderung war er dies bereits seit dem 14. September 1943 und hatte die Division am 19. September 1943 für den verwundeten Generalleutnant Eberhard von Kurowski überommen. Diese führte er jetzt bis Ende November 1943. Am 4. Oktober 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Albert Praun, Kdr. der 129. Infanterie-Division: "Starke Persönlichkeit, hervorragend tapfer, klar und entschlußfreudig. Taktisch sehr gut beanlagt, artilleristisch ein großer Könner. Körperlich außerordentlich beweglich und hart. Nationalsozialist. Bewertung: Füllt seine Stelle als Regimentskommandeur sehr gut aus. Über Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur." Am 10. November 1943 (Verfügung vom 25. Januar 1944) wurde er mit Wirkung vom 29. Oktober 1943 zur Verwendung als stellvertretender Divisionskommandeur in die Führerreserve der Heeresgruppe Mitte versetzt. Am 1. November 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst Karl Fabiunke, Führer der 129. Infanterie-Division: "Mir infolge Abkommandierung nicht bekannt." Am 2. November 1943 erhielt er im Rahmen eines Vorschlags zur vorzugsweisen Beförderung von Generalleutnant Friedrich Herrlein, Führer vom LV. Armeekorpsx, folgende Beurteilung: "Oberst Wüstenhagen ist seit dem 14. September 1943 in Vertretung des verwundeten Divisionskommandeurs, Generalleutnant von Kurowski, mit der Führung der 110. Infanterie-Division beauftragt. Während der schwierigen Absetzbewegungen führte er sehr energisch und zielbewußt die Division und zeigte taktisches Verständnis. Seine überlegene Ruhe trat dabei besonders hervor. Starke Persönlichkeit, klar und bestimmt. Körperlich beweglich und ausdauernd. Zum Divisionskommandeur geeignet." Dieser Vorschlag wurde am 8. November 1943 von General der Panzertruppe Josef Harpe, OB der 9. Armee und am 19. November 1943 von der Heeresgruppe Mitte befürwortet und Ende November 1943 vom HPA bewilligt. Am gleichen 2. November 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Friedrich Herrlein, Führer vom LV. Armeekorps: "Führte während der schweren Absetzbewegungen seine Division energisch und zielbewußt und zeigte taktisches Verständnis. Überlegene Ruhe trat besonders hervor. Empfehlung: Divisionskommandeur." Dazu ergänzte am 8. November 1943 General der Panzertruppe Josef Harpe, OB der 9. Armee: "Einverstanden." Als letztes ergänzte am 8. November 1943 General der Infanterie Johannes Frießner, KG vom XXIII. Armeekorps zu der Beurteilung vom 1. November folgendes: "Oberst Wüstenhagen ist mir aus den Kämpfen nördlich Karatschew persönlich bekannt. Mit der günstigen Beurteilung bin ich einverstanden." Am 7. Februar 1944 wurde er mit Wirkung vom 25. November 1944 mit der Führung der 256. Infanterie-Division beauftragt. Am 2. Dezember 1943 (Verfügung vom 8. Dezember 1943) folgte mit Wirkung vom 1. Dezember 1943 (26b) die Beförderung zum Generalmajor. Am 3. Dezember 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Friedrich Herrlein, Führer vom LV. Armeekorps: "Starke Persönlichkeit. Sehr tapfer. Greift bei schwierigen Lagen persönlich ein und zeigt stets Einsatzbereitschaft. Führt bestimmt. Ausreichendes taktisches Verständnis. Hat sich bei den letzten schwierigen Kämpfen bewährt. Bewertung: Durchschnitt." Dazu ergänzte am 15. Dezember 1943 General der Panzertruppen Josef Harpe, OB der 9. Armee: "Als Divisionsführer bewährt." Als letzter ergänzte am 20. Dezember 1943 Generalfeldmarschall Ernst Busch, Führer der Heeresgruppe Mitte: "Bewährter Divisionsführer." Am 6. Dezember 1943 (Verfügung vom 10. Februar 1944) wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1943 zum Kommandeur der 256. Infanterie-Division ernannt. Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Hans Jordan, KG vom VI. Armeekorps: "Als Divisionskommandeur noch nicht abschließend zu beurteilen, da die Truppe der Division größtenteils an Brennpunkte ausgeliehen waren. Zeigte sich bei Bereinigung örtlicher Krisen als tatkräftiger Führer mit gutem taktischen Blick und Härte. Entschlossen, krisenfest, sehr einsatzbereit, gutes artilleristisches Können. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur." Dazu ergänzte Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, OB der 3. Panzerarmee: "Einverstanden!" Als letzter ergänzte am 15. April 1944 Generalfeldmarschall Ernst Busch, OB der Heeresgruppe Mitte: "Einverstanden." Er geriet zum Sommerbeginn 1944 mit seiner Division im Raum Witebsk im Mittelabschnitt der Ostfront in den Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte. Am 26. Juni 1944 ist er bei Kochanowo-Kissely südwestlich von Witebsk gefallen. Posthum wurde er am 20. Juli 1944 mit Wirkung vom 1. Juni 1944 (14) zum Generalleutnant befördert. Am 14. April 1945 wurde seinem Sohn, dem Hauptmann Albrecht Wüstenhagen, ebenfalls das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Sein jüngster Sohn ist als Leutnant Horst Wüstenhagen am 30. April 1945 bei Klein Köris gefallen. Er ruht auf dem Kriegsfriedhof Halbe.
Ritterkreuz (2. Dezember 1942)
*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.
![]() BArch Pers 6/1016 im August 1937 als Hauptmann (E) |
![]() BArch Pers 6/1016 im Jahr 1935 als Zivilist |
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG
109/10854 - Vae – Zwe
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im
Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger
1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2
Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990Günter Wegner: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die
Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und
MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw.
Aufstellung bis 1939. Biblio-Verlag, Osnabrück 1992
Pers 6/1016
Pers
6/301419
Militär-Wochenblatt