Richter, Wilhelm Friedrich
| * 17. September 1892, Hirschberg in Schleien † 4. Februar 1971, Rendsburg |
Wilhelm Richter war ein Sohn des Oberbürgermeisters von Hirschberg und später von Frankfurt an der Oder und Oberleutnant der Landwehr, Georg Richter, und dessen Ehefrau Else, geborene Hoffmann. Er trat am 7. März 1913 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zur 2. Batterie vom 2. Thüringisches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 55 nach Naumburg an der Saale. Am 19. März 1913 wurde er in diesem vereidigt. Am 16. August 1913 wurde er zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Als solcher wurde er vom 29. August 1913 bis zum 19. Mai 1914 zur Kriegsschule Danzig kommandiert. Am 11. Oktober 1913 hat er dort das Zeugnis der Reife zum Fähnrich erhalten. Dort wurde er auch am 20. November 1913 zum Fähnrich befördert, das Patent wurde auf den gleichen Tag datiert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. Juni 1914 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 23. Juni 1912 datiert. Mit seinem Regiment zog er am 10. August 1914 in den Ersten Weltkrieg. Zuerst nach Namur an der Westfront, wo er vom 22. bis zum 25. August an der Eroberung der Festung beteiligt war. . Bereits Ende August 1914 ging es dann an die Ostfront, wo er zuerst im September 1914 im Raum Goldap - Angerburg bei der Schlacht an den Masurischen Seen im Einsatz war. Am 21. Oktober 1914 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 25. Oktober 1914 wurde er an der Rawka verwundet. Am 12. Dezember 1914 wurde er in die II. Ersatz-Abteilung seines Regiments versetzt, am gleichen Tag verließ auch der Regimentskommandeur Oberst Fritz von Sandrat sein Regiment. Am 2. Januar 1915 wurde er zum Adjutanten der II. Abteilung vom Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 58 ernannt. Ab dem 10. August 1917 führte er die 6. Batterie des Reserve-Feldartillerie-Regiments Nr. 58. Am 30. September 1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 6. November 1917 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Vom 28. Dezember 1917 bis zum 14. Februar 1918 befand er sich wegen Ruhr und Malariaanfall im Kriegslazarett Baila in Rumänien. Ab dem 12. Februar 1918 fungierte er als Regimentsadjutant im Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 58. Ab März 1918 wurde er dann wieder als Batterieführer eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm im 1. Weltkrieg auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Am 7. Januar 1919 kehrte er in sein Stamm-Regiment, das 2. Thüringische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 55 zurück. Noch im gleichen Monat wechselte er zum Freiwiliigen-Artillerie-Regiment 55, welches auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf dann Teil vom Freikorps Hessen-Thüringen-Waldeck wurde. Ab dem 2. August 1919 fungierte er beim Stab vom Freikorps als Adjutant, bis er im Oktober 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen wurde. Dabei kam er zuerst zum leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 11 der Reichswehr-Brigade 11. Am 20. Oktober 1919 wurde er neu vereidigt. Bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr kam er im Mai 1920 in die 3. Batterie der schweren Artillerieabteilung 4. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr schied er am 30. September 1920 aus dem Heer aus.
Am 1. Dezember 1920 trat er wieder in den Dienst des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr ein. Er wurde dabei in das 2. (Preußisches) Artillerie-Regiment übernommen. Dort wurde er jetzt als Batterieoffizier eingesetzt. Vom 20. April 1921 bis zum 1. Juni 1921 wurde er als Führer zur 3. Marinefeldbatterie der Küstenwehr-Abteilung I nach Swinemünde kommandiert. Vom 13. März 1922 bis zum 18. März 1922 absolvierte er die Wehrkreisprüfung. Vom 20. April 1922 bis zum 1. Juni 1922 wurde er zu einem Schießlehrgang für ältere Artillerieoffizier auf den Truppenübungsplatz Münsingen kommandiert. Am 1. Juli 1922 wurde ihm der 6. November 1917 als Rangdienstalter als Oberleutnant zugewiesen. Vom 20. März 1923 bis zum 22. März 1923 legte er erneut die Wehrkreisprüfung ab und bestand diese auch. Zur Vorbereitung wurde er ab dem 28. Oktober 1922 eingerufen. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 gehörte er längere Zeit zur 2. Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Stettin. Am 15. September 1923 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1923 für genau ein Jahr als Bereiter zur Kavallerieschule Hannover kommandiert, wo er beim Versuchskommando eingesetzt wurde. Ab dem 15. Dezember 1924 gehörte er zur 5. Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Güstrow unter Hauptmann Hans Oster. Am 23. Mai 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1925 zur Ausbildungs-Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Schwerin versetzt und von dort zum Stab der II. Abteilung vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Güstrow kommandiert. Am 19. September 1925 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 wieder zur 5. Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Güstrow versetzt und weiterhin zum Stab der II. Abteilung vom vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment am gleichen Standort kommandiert. Am 1. Dezember 1925 wurde er dort auch zum Hauptmann befördert. Vom 28. Februar 1927 bis zum 9. April 1927 besuchte er einen Schießlehrgang für Artillerieoffiziere auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf. Am 1. März 1927 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Lippert zum Chef der 7. Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Itzehoe ernannt. Vom 14. Februar 1928 bis zum 3. März 1928 besuchte er einen Lehrgang für Leibesübungen. Am 25. August 1929 hat er den Antrag auf Heiratserlaubnis gestellt. Der Antrag wurde trotz des für die Braut ungünstigen Scheidungsurteils am 29. August 1929 befürwortend durch die III. Abteilung seines Regiments vorgelegt. Am 12. September 1929 wurde der Antrag von der 2. Division der Reichswehr zum Reichswehrministerium befürwortend vorgelegt, welches nur wenige Tage später ebenfalls zustimmte. Am 19. Oktober 1929 hatte er die zwölfeinhalb Jahre jüngere Anna Katharina Petersen, geschiedene Trowitz, geborene Petersen, Tochter eines verstorbenen Amtsrichters in Itzehoe geheiratet. Von November 1929 bis März 1930 wurde er zur militärischen Weiterbildung von Stabsoffizieren und älteren Hauptleuten kommandiert. Für die Zeit vom 22. Juli 1930 bis zum 25. August 1930 beantragte er einen Auslandsurlaub nach Belgien und England. Im Oktober 1930 erlitt er infolge eines Sturzes mit dem Pferd bei einer Reitjagd eine linksseitige Nierenquetschung. Im März und April 1931 traten schwere Nachblutungen als Spätfolgen auf. Vom 1. Juni 1931 bis zum 30. September 1931 war er beurlaubt zur Wiederherstellung der Gesundheit. Mitte September 1931 empfahl der Standortarzt einen halbjährigen Erhohlungsurlaub. Auch vom 1. Oktober 1931 bis zum 31. März 1932 wurde er deswegen wieder beurlaubt zur Wiederherstellung der Gesundheit. Am 1. Januar 1932 wurde er in den Regimentsstab vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment nach Schwerin versetzt. Vom 12. Oktober 1932 bis zum 28. Oktober 1932 wurde er zu einem Schießlehrgang für Artillerieoffiziere nach Jüterbog kommandiert. Am 18. Juli 1933 erwarb er den Militär-Führerschein der Klasse 3. Am 1. Oktober 1933 wurde er als Adjutant in die Kommandantur Marienburg versetzt. Am 2. November 1933 wurde er vom 27. November 1933 bis zum 6. Dezember 1933 zu einem Stabsoffizier-Lehrgang nach Königsberg kommandiert. Dort wurde er am 1. Juni 1934 auch zum Major befördert. Am 2. August 1934 wurde er auf den Führer und Reichskanzler neu vereidigt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment Rendsburg in der Garnison Rendsburg ernannt. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 20 in Rendsburg ernannt. Vom 11. November 1935 bis zum 24. November 1935 besuchte er einen Lehrgang für Abteilungskommandeure zur Einführung in die militärische Körpererziehung an der Heeres-Sportschule Wünsdorf. Am 1. Oktober 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Vom 8. Februar 1937 bis zum 12. Februar 1937 wurde er zum Gasschutzlehrgang Berlin kommandiert. Vom 3. Mai 1937 bis zum 8. Mai 1937 wurde er zur Übungsreise der 30. Infanterie-Division nach Lübeck kommandíert. Am 12. Oktober 1937 wurde er zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 30 in Rendsburg ernannt. Vom 13. Dezember 1937 bis zum 17. Dezember 1937 wurde er zum Nachrichten-Lehrgang für Artillerie-Kommandeure (Artillerie-Regimentskommandeure und Abteilungs-Kommandeure) zur Heeres-Nachrichtenschule Halle an der Saale kommandiert. Am 10. März 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1939 als Nachfolger von Generalmajor Erich Bernecker zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 30 ernannt. Vom 14. April 1939 bis zum 18. April 1939 wurde er zum Lehrgang für Regimentskommandeure nach Berlin und Jüterbog kommandiert. Als Regimentskommandeur wurde er am 1. August 1939 zum Oberst befördert. Er führte das Artillerie-Regiment 30 zu Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 während des Polenfeldzuges im Verband der 30. Infanterie-Division. Im Oktober 1939 verlegte er mit seinem Regiment im Divisionsverband an den Niederrhein. Im Frühjahr 1940 führte er sein Regiment dann in den Westfeldzug. Dabei trug er bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Zum Sommerbeginn 1941 wurde er mit seinem Regiment im Divisionsverband der 30. Infanterie-Division im Nordabschnitt der Ostfront eingesetzt. Am 20. September 1941 gab er das Kommando über sein Artillerie-Regiment 30 an Oberst Gustav Hundt ab. Am 21. September 1941 wurde er als Nachfolger von Oberst Dipl. Ing. Wilhelm Hartmann zum Artillerie-Kommandeur 35 (Arko 35) ernannt. Die Ernennung wurde am 15. Oktober 1941 mit Wirkung vom 20. September 1941 bekannt gegeben. Mit diesem Stab wurde er beim XXXIX.Armeekorps im Nordabschnitt der Ostfront eingesetzt. Am 1. April 1942 erhielt er folgende Beurteilung von General der Panzertruppe Hans Jürgen von Arnim, KG vom XXXIX.Armeekorps: "Gradlinig, klar im Denken und gegenüber Kameraden und Untergebenen. Begeisterter Artillerist, laeßt sich durch seine Passion manchmal verleiten, in die Befugnisse der Divisionen und Artillerieregimenter einzugreifen. Bewertung: Füllt gut aus. Empfehlung: Höherer Artilleriekommandeur, sobald altersmäßig heran." Am 10. April 1942 ergänzte dazu Generaloberst Ernst Busch, OB der 16. Armee "Einverstanden." Am 15. April 1942 ergänzte dazu Generalmajor Karl Prager, HArko 309: "Umsichtiger und eifriger Artilleriekommandeur mit guten artilleristischen Leistungen." Auch nach der Umbenennung des vorgesetzten Generalkommandos Anfang Juli 1942 im Raum Rshew zum Generalkomando XXXIX. Panzerkorps, blieb sein Stab weiter diesem Generalkommando unterstellt. Am 27. Juli 1942 erhielt er folgende Beurteilung von General der Panzertruppe Hans Jürgen von Arnim, KG vom XXXIX.Armeekorps: "Hatte Gelegenheit bei Führung einer Kampfgruppe in Stärke von einer Division seine Geeignetheit als Divisionskommandeur nachzuweisen." Auf die Herbstanfrage 1942 wurde ihm von Generaloberst Heinrich von Vietinghoff-Scheel, OB der 9. Armee, die Eignung zum Divisionskommandeur zugesprochen. Am 21. Dezember 1942 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Sein Kommando als Arko 35 wurde am 3. Januar 1943 durch Oberst Bernhard Neßlinger übernommen. An diesem Tag wurde er in der Führerreserve auch dem Wehrkreis X zugeteilt. Am 12. Januar 1943 erhielt er folgende abschließende Beurteilug zur vorherigen Tätigkeit als Arko durch General der Artillerie Robert Martinek, KG vom XXXIX. Panzerkorps: "Vor dem Feind in jeder Beziehung voll bewährt. Sehr große artilleristische und informative Kenntnisse, die er ebenso verwertet. Empfehlung: Höherer Artilleriekommandeur, Divisionskommandeur." Vom 18. Januar 1943 bis zum 12. Februar 1943 wurde er zum 1. Divisionsführerlehrgang zur Panzertruppenschule Wünsdorf kommandiert. Bereits am 7. Februar 1943 wurde er als Ersatz für Oberst Wilhelm Voelk mit der Führung der 4. Luftwaffen-Feld-Division im Mittelabschnitt der Ostfront beauftragt. Am 8. Februar 1943 erhielt er noch den Hinweis von Generalleutnant Max Lindig, HArko 307, als Beurteilung: "Uneingeschränkte Eignung zum Höheren Artilleriekommandeur." Am 11. Februar 1943 wurde ihm für seinen persönlichen Einsatz in seiner Zeit als Arko 35 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen, in seiner Karteikarte ist dafür der 25. Juli 1943 hinterlegt. Am 15. Februar 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. März 1943 zum Generalmajor befördert. Die Führung über die 4. Luftwaffen-Feld-Division behielt er in der Gegend von Welish bis zum 31. März 1943. Am 1. April 1943 wurde er durch Oberst Hans-Georg Schreder abgelöst und dafür zum Kommandeur der 716. Infanterie-Division in Frankreich ernannt. Diese Division stand als Besatzungstruppe im Raum Caen. Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Artillerie Erich Marcks, KG vom LXXXIV. Armeekorps: "Hat seine Division und seinen Küstenverteidigungsabschnitt folgerichtig auf den Kampf vorbereitet und wird sie ruhig und sicher führen. Hat seine Truppe im nationalsozialistischen Geist erzogen. Zielklare Energie. Geringe geistige Wendigkeit. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Belassung." Am 7. März 1944 ergänzte dazu Generaloberst Friedrich Dollmann, OB der 7. Armee: "Sicher etwas "stur", wird aber ebenso sicher seine Division ruhig und bestimmt auch in schwierigen Lagen führen." Am 24. März 1944 wurde er durch die Heeresgruppe D zur Beförderung zum Generalleutnant vorgeschlagen. Am 20. April 1944 erfolgte auch seine Beförderung zum Generalleutnant. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1944 festgelegt. Nach dem Beginn der alliierten Invasion in Nordfrankreich am 6. Juni 1944 kämpfte die Division vor allem um den alliierten Landeabschnitt Juno Beach. Bis zum 15. Juni 1944 hatte die Division sechzig Prozent ihrer Stärke verloren. Sie wurde anschließend aus der Front gezogen, neu organisiert und an Menschen und Material wieder aufgefüllt. Am 2. August 1944 erging ein Schreiben vom OB West:, Generalfeldmarschall Günther von Kluge: "Nach Meldung der Armeegruppe G ist Richter durch den schweren Kampf seiner Division so stark beeindruckt, daß mangels Tatkraft, Wendigkeit, Schwung und Begeisterung durch ihn der Wideraufbau seiner Division nicht gewährleistet erscheint." Am 12. August 1944, nach dem Ende der Schlacht um die Normandie, wurde Wilhelm Richter daraufhin in die Führerreserve OKH versetzt. Er wurde dabei wieder dem Wehrkreis X zugeteilt. Sein Kommando über die Division übernahm Oberst Otto Schiel. Seine Privatanschrift war die Gartenstraße 25 in Rendsburg mit der Telefonnummer 2411. Bereits am 3. September 1944 wurde er als Nachfolger von Oberst Otto Schiel erneut zum Kommandeur der 716. Infanterie-Division ernannt. Es gibt Hinweise, dass er die Division von Oberst Ernst vom Bauer übernommen hat, der sie vermutlich 3 Tage geführt hat. Diese 716. Infanterie-Division führte er jetzt während des Rückzuges aus Südfrankreich. Am 13. September 1944 stand die Masse der Division dicht bedrängt von alliierten Verfolgern bei Port sur Saon. Am 1. Oktober 1944 stand er mit seiner Division zwischen Epinal und Le Tholy. Im November 1944 wurde er angeblich auch mit der stellvertretenden Führung der benachbarten 16. Volksgrenadier-Division beauftragt. Ob dies wirklich umgesetzt wurde ist unklar, da kein Nachfolger bei der 716. Infanterie-Division verzeichnet wurde und es auch Anhaltspunkte gibt, dass er sein bisheriges Kommando behalten hat. Am 29. Dezember 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Hellmuth Thumm, KG vom LXIV. Armeekorps: "Willensstarke Persönlichkeit, offen und gerade. Vor dem Feind als persönlich einsatzbereiter und tapferer Kommandeur bewährt. Hat seine Division in schweren Krisenlagen sicher und ruhig geführt. Geistig durchschnittlich begabt, körperlich zäh und ausdauernd. Erfahrener Frontsoldat, der starken Belastungen standzuhalten versteht. Geht in Beharrlichkeit und Ruhe mitunter etwas zu weit. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: Divisionskommandeur." Am 30. Dezember 1944 wurde er erneut in die Führerreserve OKH versetzt und auch wieder dem Wehrkreis X zugeteilt. Sein Kommando über die 716. Infanterie-Division wurde durch Oberst Wolf Ewert übernommen. Dazu ergänzte General der Infanterie Siegfried Rasp, OB der 19. Armee, am 6. Januar 1945: "Einverstanden." Am 10. Januar 1945 wurde er zur Einarbeitung als Kommandeur der 14. Feld-Division (L) zur 20. Gebirgs-Armee Norwegen kommandiert. Am 15. Januar 1945 ergänzte Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, OB West, zur letzten Beurteilung: "Für die Zeit der Unterstellung vom 1. April 1943 bis zum 10. Dezember 1944 mit Beurteilung einverstanden." Am 20. Januar 1945 wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Hans Lohmann zum Kommandeur der 14. Feld-Division (L) in Norwegen ernannt. Ab dem 1. Februar 1945 kommandierte er die 14. Feld-Division (L) in Norwegen. Bei Kriegsende geriet er in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er Ende Juli 1948 wieder entlassen.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar: Deutsche
Generale 1867-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10851 Ple-Sac
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin,
Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin,
Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin,
Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem
Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6.
Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im
Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
NARA T-78 R-892
Pers 6/831