Staedke, Helmut Max
| * 30. August 1905, München
† 3. September 1974, Tübingen
BArch Pers 6/933 im Jahr 1925 als Fahnenjunker |
BArch Pers 6/300967 |
Helmut Staedke war der Sohn des Buchhändlers Alfred Max Staedke und dessen Ehefrau Emilie Rosa, geborene Bauer. Er trat nach senem Abitur am Neuen Gymnasium (Realgymnasium) in München am 24. April 1924 als Offiziersanwärter in das 100.000 Mann-Heer der Reichswehr ein. Er kam dabei zum 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment. Bei diesem wurde er noch am gleichen Tag vereidigt. Vom 27. Juni 1925 bis zum 2. Juli 1925 wurde er zur Fahnenjunkerprüfung zur Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Dort wurde er am 1. Juli 1925 zum Fahnenjunker ernannt und noch am gleichen Tag zum Fahnenjunker-Gefreiten befördert. Es folgte am 1. November 1925 seine Beförderung zum Fahnenjunker-Unteroffizier. As solcher wurde er vom 1. März 1926 bis zum 30. September 1926 zum I. Lehrgang der Infanterieschule nach Dresden kommandiert. Dort wurde er am 1. September 1926 zum Fähnrich befördert. Vom 5. November 1926 bis zum 13, August 1927 wurde er zum II. Lehrgang zur Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Am 10. August 1927 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1927 zum Oberfähnrich befördert. Ab dem 16. August 1927 gehörte er zur II. Abteilung vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment. Am 30. September 1927 erhielter noch den Ehrendegen für hervorragende Leistungen an der Waffenschule verliehen. Am 20. Dezember 1927 wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1927 (2) zum Leutnant befördert. Danach wurde er anfangs die ersten Jahre als Batterieoffizier in der 6. (Gebirgs) Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment in Landsberg am Lech eingesetzt. Vom 20. Juli 1928 bis zum 2. August 1928 war er Teilnehmer am Heeresbergführerkurs im Wettersteingebirge und in der Silvretta. Auf Anraten seines Batteriechefs kaufte er am 17. Juli 1928 ein Pferd für 1800 Reichsmark. Er erhielt einen Pferdegeldvorschuss von mehr als 1300 Reichmark. Vom 18. September 1929 bis zum 17. Oktober 1929 wurde er zu einem Vermessungslehrgang an die Artillerieschule nach Jüterbog kommandiert. Am 19. April 1930 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1930 zur 7. (Bayerische) Fahr-Abteilung nach München kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen und er hatte auch die Uniform der 7. (Bayer.) Fahr-Abteilung zu tragen. Am 26. April 1930 hat er den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 1 erworben. An diesem 1. Mai 1930 (4) wurde er auch zum Oberleutnant befördert und das Kommando ab dem 1. Mai 1930 wurde auf den Standort Landsberg am Lech umgeschrieben. Am 23. August 1930 hat er den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 2 erworben. Wenig später hat er am 15. September 1930 den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 3b erworben. Etatmäßig wurde er am 1. Mai 1931 in die 5. Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment nach München versetzt. Am 1. Oktober 1932 wurde er etatmäßig in die 9. (kw) Batterie seines Regiments nach Fürth (Bayern) versetzt. Am 1. Mai 1933 wurde er in die zukünftige Gebirgs-Fahr-Abteilung versetzt. Er gehörte dabei zur 1. Batterie von Hauptmann Hermann Haehnle der Beobachtungs-Abteilung 4, die noch unter der Tarnbezeichnung 7. (Bayerische) Fahr-Abteilung G.F.E. Landsberg (Lech) unter Major Wilhelm Weidinger in Landsberg bestand. Den Antrag zur Erteilung der Heiratserlaubnis reichte er am 9. Mai 1933 ein. Dieser wurde befürwortend am 11. Mai 1933 durch seinen Abteilungskommandeur weitergereicht. Vom Artillerieführer VII, Generalmajor Otto Tscherning, wurde er am 12. Mai 1933 befürwortend zum Wehrkreiskommando VII weitergereicht und am 15. Mai 1933 eingegangen ist. Durch den Ia der 7. Division der Reichswehr, Oberstleutnant Bernhard von Fumetti, wurde es befürwortend am 16. Mai 1933 zum Heeres-Personalamt (HPA) gesendet, wo er am 18. Mai 1933 eingegangen ist. Die Erlaubnis zur Verheiratung wurde am 23. Mai 1933 durch Oberstleutnant Hans Behlendorf erteilt. Er heiratete daraufhin am 26. Juni 1933 die fast anderthalb Jahre ältere Anneliese Schweickhardt, Tochter vom Tübinger Kaufmann Gustav Schweickhardt, in Tübingen. Vom 4. Oktober 1933 bis zum 15. Februar 1934 wurde er zum taktisch technischen Offizier-Lehrgang kommandiert. Im Juni 1934 war er durch seine Freundschaft mit den beiden ehemaligen Offizieren Hanns Ludin und Leutnant a.D. Richard Scheringer, die im Ulmer Reichswehrprozess einen gewissen Bekanntheitsgrad entwickelt hatten, in den Röhm-Putsch verwickelt. Richard Scheringer wurde in seiner Wohnung verhaftet. Er wurde wegen seiner Bekanntschaft gemaßregelt und es wurde wegen dieser Bekanntschaft beantragt, ihn aus dem Wehrkreis zu entfernen. Daraufhin wurde er am 26. Juli 1934 mit Wirkung vom 1. August 1934 zur Abteilung B der Artillerieschule nach Jüterbog versetzt. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 2. August 1934. Seine älteste Tochter Rotraut Staedke wurde am 13. August 1934 in Landsberg am Lech geboren. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht gehörte er am 1. Oktober 1934 zum Asta I der Artillerieschule in Jüterbog. Am 20. April 1935 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1935 (26) zum Hauptmann befördert. Durch die Umbenennung seiner Einheit gehörte er ab dem 21. Mai 1935 zum Artillerie-Lehr-Regiment in Jüterbog. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 Chef der 1. Batterie der Beobachtungs-Lehr-Abteilung. Seine mittlere Tochter Ingrid Rosa Staedke wurde am 27. Februar 1936 in Jüterbog geboren. Am 19. Mai 1936 wurde er mit Wirkung vom 6. Oktober 1936 zur Kriegsakademie nach Berlin versetzt. Auf der Kriegsakademie trug er ab Oktber 1936 die Uniform der Beobactungs-Abteilung 3. Seine Mutter starb am 6. Dezember 1937. Seine jüngste Tochter Alfheid Staedke wurde am 26. Januar 1938 in Berlin geboren. Seinen Kirchenaustritt beantragte er am 3. Mai 1938. Am 5. Juli 1938 wurde er mit Wirkung vom 1. August 1938 als 2. Generalstabsoffizier (Ib) zum Generalstab der 4. Panzer-Division nach Würzburg versetzt. Diese Versetzung wurde später auf den 3. November 1938 abgeändert. Außerdem wurde er gleichzeitig noch bis zum 31. Januar 1940 zum Generalstab der 4. Panzer-Division unter Beibehaltung seiner bisherigen Uniform zur Dienstleistung kommandiert. Bei Beginn des 2. Weltkrieges wurde er mit der Division im Polenfeldzug eingesetzt. Wegen der Verwundung des Ia, Major i.G. Wolf-Dietrich Freiherr von Schleinitz, übernahm er dessen Position. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 22. September 1939 verliehen. Am 26. Oktober 1939 wurde er mit Wirkung vom 1. November 1939 in den Generalstab versetzt. Dadurch trug er jetzt den Dienstgrad Hauptmann i.G.. Am 7. Februar 1940 wurde er mit Wirkung vom 15. Februar 1940 als Nachfolger von Major Ulrich Bürker als Ia in den Generalstab der 6. Panzer-Division versetzt. Dorthin wurde er schon mit dem 3. Februar 1940 kommandiert. Am 14. September 1940 wurde er mit Wirkung vom 20. September 1940 in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Chef des Generalstabes des Heeres (Ausbildungs-Abteilung). Am gleichen 14. September 1940 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1940 (2) zum Major befördert. Am 2. Oktober 1940 wurde er mit Wirkung vom 8. Oktober 1940 zu den Generalstabslehrgängen versetzt. Am 18. März 1941 wurde ihm ein verbessertes Rangdienstalter als Major vom 1. Februar 1940 (93a) zugewiesen. Am 4. April 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1941 in den Generalstab der Heeresgruppe C (Ia F) versetzt. Kurze Zeit später wurde er durch die Umbenennung seines Oberkommandos zum Ia F der Heeresgruppe Nord. Kurz nach Beginn des Ostfeldzuges wurde er am 18. August 1941 mit Wirkung vom 11. August 1941 als 1. Generalstabsoffizier (Ia) in den Stab der 20. Panzer-Division versetzt. Am 16. März 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1942 (272) zum Oberstleutnant befördert. Das Deutsche Kreuz in Gold wurde ihm am 15. Juni 1942 verliehen. Am 4. Oktober 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1942 wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Chef des Generalstabes des Heeres (Generalquartiermeister). Am 31 Januar 1943 wurde er mit Wirkung vom 30. Januar 1943 zum Chef des Generalstabes vom Generalkommado XXXV. Armeekorps ernannt. Als solcher wurde er am 20. April 1943 mit Wirkung vom 1. März 1943 (38) zum Oberst befördert. Am 5. August 1943 wurde sein Vorschlag zur Verleihung des Ritterkreuzes durch den Kommandierenden General vom XXXV. Armeekorps, General der Infanterie Lothar Rendulic, als Nr. 1940 angelegt. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde ihm am 14. August 1943 verliehen. Am 16. September 1943 wurde er mit Wirkung vom 6. September 1943 erneut in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Chef vom HPA (P 3). Am 28. September 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1943 zum Chef des Generalstabes der 9. Armee ernannt. Als solcher wurde er am 20. Mai 1944 mit Wirkung vom 1. April 1944 (19) zum Generalmajor befördert. Am 14. Juli 1944 wurde er bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Seine Privatanschrift war die Hauffstraße 17 in Tübingen, wo er die Telefonnummer 3546 hatte. Am 12. Dezember 1944 wurde er mit Wirkung vom 30. November 1944 als Nachfolger von Oberst i.G. Friedrich-Wilhelm von Mellenthin zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe G ernant. Am 30. März 1945 wurde er durch Generalmajor Fritz Wentzell abgelöst und erneut in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Chef vom HPA (P 1). Vom 5. April 1945 bis zum 5. Mai 1945 wurde er zum 18. Divisionsführerlehrgang kommandiert. Er sollte am 4. April 1945 im Hotel Eden in Bad Wiessee eintreffen. Am 20. April 1945 wurde er noch zum Generalleutnant befördert. Wenige Tage später wurde er am 26. April 1945 zum Kommandeur der 198. Infanterie-Division ernannt. Am 28. April 1945 geriet er in Kriegsgefangenschaft.
Er hatte aus der am 8. September 1897 in Battenberg geschlossenen Ehe seiner Eltern noch mindestens drei Geschwister.
Ritterkreuz (14. August 1943)
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10853
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin,
Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin,
Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin,
Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin,
Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin,
Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin,
Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im
Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger
1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2
Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990
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