16. Panzer-Division
Feldpostnummern ab 1940/41: Die Einheiten wurden als Teile der 16. Panzer-Division in der Feldpostübersicht eingetragen. Am 29. November 1944 wurden die Begleitkompanie und der Feldgendarmerie-Trupp 16 beim Stab eingetragen. Der alte Eintrag des Feldgendarmerie-Trupp wurde am gleichen Tag gestrichen.
Einheit | Feldpostnummer |
Divisionskommando | 03897 gestr. 1943 ab 1943 41500 bis Nov/44 ab Nov/44 41500 A |
Begleitkompanie | ab Nov/44 41500 B |
Gepäcktross | ab 1942 47739 gestr. 1043 |
Feldgendarmerie-Trupp 19 | 27953 gestr. 1943 ab 1943 47735 gestr. Nov/44 ab Nov/44 41500 C |
1. Einsatz und Unterstellung:
Die 16. Panzer-Division wurde am 1. November 1940 im
Wehrkreis VI
aufgestellt. Die Division entstand durch Umgliederung der Masse der 16. Infanterie Division unter
Zuführung des Panzer-Regiments 2, des MG-Bataillons 1 und Teilen des
Kavallerie-Schützen-Regiments 4. Im Winter 1940/41 verlegte die Division als
Lehrtruppe nach Rumänien. Im Januar 1941 beteiligte sich die Division an der
Niederschlagung der "Rebellion der Nationalen Legion" in ihrem Unterkunftsraum.
Ende März 1941 verlegte die Division nach Bulgarien in den Raum von Burgaz am
Schwarzen Meer bis Plovdiv-Pazardshik. Nach Beendigung des Balkan-Feldzuges, an
dem die Division nicht teilnahm, verlegte diese im Mai 1941 nach Schlesien in
den Raum Breslau-Neisse, wo sie um den 16. Juni 1941 eintraf.
Am 24. Juni 1941 überschritt die Division, der 11. Panzer-Division folgend, den
Bug bei Sokal-Krystinopol. Bei Dubno-Werba kam es vom 27. Juni bis 1. Juli zu
schweren Panzerkämpfen. Bei Kremeniece, Jampol und Staro-Konstantinow wurden
nach schweren Kämpfen die Horyn-Übergänge genommen und westlich Lubar die stark
ausgebaute Stalin-Linie durchbrochen. Anschließend drehte die Division nach
Süden ab und marschierte in die Ukraine, wo sie an der Schlacht bei Uman
teilnahm. Bei den Kämpfen wurden die Panzeraufklärungs-Abteilung 16 und das
Kradschützenbataillon 16 zerschlagen und mussten in Deutschland neu aufgestellt
werden. Am 3. August wurde die Bugbrücke bei Perwomaisk genommen und die
Division stieß weiter auf Nikolajew am Schwarzen Meer vor, das am 16. August
genommen wurde. Anschließend wurde die Division bei Kirowograd kurzfristig
aufgefrischt. Nach einem Gewaltmarsch stand die Division am 12. September im
Dnjepr-Brückenkopf Krementschug und nahm am 14. September die Stadt Lubny am
Ssulla-Abschnitt, wo der Kessel von Kiew geschlossen wurde. Es folgten Gefechte
bei Moskowsk (29.9.), Kamenowatka (1.10.), Sseminowka (3.10.), Werchne Tokmak
(6.10.) und bei Andrejewka (10.19.) sowie die "Schlacht am Aswoschen Meer". Am
12. Oktober begann der Vormarsch auf Rostow. Der einbrechende Winter und ein
russischer Gegenangriff zwangen die Division, auf den Tusslow- und dann auf den
Mius-Abschnitt zurück. Am Mius westlich von Matwejew Kurgn bezog die Division
ihre Winterstellung. Bei Stalino-Makejewka wurden die Panzerteile der Division
aufgefrischt.
Nach den Winterkämpfen versammelte sich die Division Mitte Mai im Raum
Sslawjansk im Rahmen der "Gruppe Hube". Nach Gefechten bei Isjum, Balakeja und
Losowaja kam es zur Kesselschlacht bei Barwenkowo (17.-25. Mai). Am 10. Juni
wurde das Unternehmen "Wilhelm", die Schlacht von Woltschansk eingeleitet. Ab
dem 22. Juni folgte das Unternehmen "Fridericus", der Angriff auf den Oskol und
die Schlacht bei Charkow. In der Zeit vom 27. Juni bis 7. Juli wurde die
Division im Raum Stalino-Makejewka aufgefrischt. Es folgte der Angriff im Rahmen
der deutschen Sommeroffensive und dem Vorstoß auf Stalingrad. Am 22. August
überquerte die Division den Don bei Lutschenskij. Am 23. August 1942 stieß die
Division über den Tartarenwall auf den Nordteil von Stalingrad vor. In den
folgenden Wochen und Monaten bildete die Division einen Teil der deutschen Front
nörlich von Stalingrad. Am 20. November 1942 wurde die Division aus der Front
genommen und ins Winterquartier nach Potjemkinskaja am Don verlegt. Hier wurde
die Division vom russischen Gegenangriff gegen Stalingrad überrascht und im
Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Bis Februar 1943 wurde die Division im
Kessel von Stalingrad vernichtet.
Seit Ende Januar 1943 wurde beim OB West in der Bretagne, in
Frankreich, wieder eine 16. Panzer-Division aufgestellt. Die neue
Division entstand unter Zuführung der Masse des verstärkten
Grenadier-Regiment (motorisiert) 890
sowie nicht im Kessel von Stalingrad vernichteter Restteile der Division.
Bereits Ende Mai 1943 war die neue Division wieder einsatzfähig und wurde per
Bahn in die Toscana in Italien verlegt. Im Juli verlegte die Division an die
Adria nach Bari. Bei der Räumung Siziliens Ende August 1943 sicherte die
Division den Golf von Tarent. Ab dem 8. September beteiligte sich die Division
an der Entwaffnung der italienischen Wehrmacht. Am 9. September begann der Kampf
gegen den bei Salerno gelandeten Feind. Bis zum 18. September konnte die Front
gehalten werden, dann musste sich die Division auf die Volturno-Stellung
zurückziehen. Am 2. Oktober 1943 wurde die Division im Eilmarsch an die
Adria-Küste verlegt, um die 1. Fallschirmjäger-Division bei Termoli zu
unterstützen. Von hier aus konnte sich die Division planmäßig vom Trigno zur
Sangro-Stellung zurückziehen. Ende November wurde die Division von der 65.
Infanterie-Division abgelöst und per Bahn nach Bobruisk an die Ostfront verlegt.
Teile der Division wurden bei Wien aufgefrischt.
Nach der Ausladung der Division bei Bobruisk im Dezember 1943 wurde die Division
als Armeereserve des AOK 9 als "Feuerwehr" an der Front eingesetzt. Der Einsatz
in diesem Raum dauerte bis zum Jahreswechsel 1943/44. Anschließend verlegte die
Division nach Süden in den Raum Schepetowka-Winniza verlegt, um an der Befreiung
von Tscherkassy mitzuwirken. Nach der Befreiung von Tscherkassy und schweren
Abwehrkämpfen nördlich von Uman wurde die Division Anfang März 1944 bei Winniza
kurzfristig aufgefrischt. Nach Abwehrkämpfen zwischen Proskuroff und Tarnopol
wurde die Division im "Hube-Kessel" eingeschlossen und anschließend als Stoßkeil
zum Durchbruch nach Westen angesetzt. Nach dem Erreichen der eigenen Linien am
16. April 1944 wurde die Division zu weiteren Abwehrkämpfen am oberen Dnjestr
eingesetzt. Ende April begann die Auffrischung im Raum Delatyn, die durch
Abwehrkämpfe vor Kolomea und der Unterstützung ungarischer Truppen unterbrochen
wurde. Im Juli wurde die die Division dann zur Abwehr russischer Truppen
ostwärts des Bug bei Poryck und Rykowicze eingesetzt. Als es den russischen
Panzerspitzen gelungen war, die Division beiderseits zu überholen, wurde nach
kurzer Absetzbewegung am 20. Juli 1944 der feindliche Bug-Brückenkopf
Krystinopol-Sokal angegriffen. Im Wettlauf mit den inzwischen weit nach Westen
vordringenden feindlichen Angriffskeilen erreichte die Division kämpfend über
Lemberg den Raum Samborg in Galizien. In beweglicher Abwehr verteidigten
Kampfgruppen im Gebiet südlich Przemskyl bis zum Turka-Pass. Am 1. August
verlegte die Division in den Raum Krakau, um einen russischen Brückenkopf bei
Baranow einzudrücken, was nur teilweise gelang. Nach dem Aufbau einer
Abwehrstellung wurde der Raum ostwärts von Daleszycze von Partisanen gesäubert
und dann an der Czarna Stellung bezogen. Am 16. Oktober 1944 verlegte die
Division in den Auffrischungsraum Kielce.
Nach Beginn der russischen Winteroffensive am 12. Januar 1945 wurde die
Division, in verschiedenen Kampfgruppen aufgesplittert, im Raum Baranow zur
Abwehr eingesetzt und teilweise eingeschlossen. Die gepanzerten Teile der
Division konnten am 15. Januar 1945 durch Kielce nach Westen ausbrechen. Am 27.
Januar 1945 wurde die Oder bei Glogau überschritten. Nach Zuführung von
Alarmtruppen und Hitlerjungen wurde die Division an der Oder im Brückenkopf
Steinau, bei Steudelwitz und dann wieder bei Glogau eingesetzt. Es folgten
Brückenkopfkämpfe an der Oder, Bober und Neiße. Am 22. Februar 1945 wurde die
Division unter Zuführung der Panzer-Division Jüterbog
wieder aufgefüllt. Nach wenigen Tagen der Auffrischung wurde der Ort Lauban
befreit und anschließend über Leobschütz nach Oderberg marschiert. Mitte März
1945 stand die Division dann im schweren Abwehrkampf südwestlich von
Schwarzwasser. Vom 7. - 9. April 1945 kämpfte die Division um Rogau, es folgten
Kämpfe bei Uhilsko, Brünn, Troppau und nördlich von Grätz. Bei Kriegsende löste
sich die Division auf, die Reste versuchten, sich nach Westen abzusetzen.
.
1940
Datum |
Ort |
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November |
Heimat |
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Dezember |
Lehrstab II |
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Rumänien |
1941
Datum |
Ort |
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Januar |
Lehrstab II |
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Rumänien |
April |
z. Vfg. |
Balkan |
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Juni |
Dubno (Lagekarte) |
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Juli |
Shitomir |
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August |
Uman, Nikolajew (Lagekarte) |
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September |
Kiew (Lagekarte) |
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Oktober |
Taganrog, Mius (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) |
1942
Datum |
Ort |
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Januar |
Taganrog, Mius (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) |
|||
Mai |
z. Vfg. |
Charkow (Lagekarte) |
||
16. Juni | XIV |
Charkow |
||
21. Juni | XIV. Panzerkorps |
Charkow |
||
16. Juli | LVII. Panzerkorps |
Charkow |
||
24. Juli | XXXXIX. Gebirgs-Korps |
Charkow |
||
28. Juli | LVII. Panzer-Korps |
Charkow |
||
1. August | III. Panzer-Korps |
Artemowsk |
||
25. August | XXXX. Panzer-Korps | Stalingrad | ||
3. September | LIV. Armee-Korps | 6. Armee | B | Stalingrad (Lagekarte) (Lagekarte) |
1943
Datum |
Ort |
|||
Januar |
Stalingrad |
nach Wiederaufstellung:
1943
Datum |
Ort |
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April |
in Aufstellung |
Nordfrankreich |
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Juni |
OB Süd |
|
Apulien |
|
August |
OB Süd |
|
Salerno |
|
8. September |
Salerno |
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10. September |
Termoli, Sangro |
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18. September | XIV. Panzer-Korps |
Termoli, Sangro |
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2. Oktober |
Termoli, Sangro |
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Dezember |
z. Vfg. |
|
Bobruisk |
1944
Datum |
Ort |
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Januar |
z. Vfg. |
Winniza |
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Februar |
z. Vfg. |
Tscherkassy (Lagekarte) |
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März |
z. Vfg. |
Tscherkassy (Lagekarte) |
||
April |
Hube-Kessel |
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Mai |
z. Vfg. |
1. ungarische Armee |
Tarnopol |
|
Juni |
z. Vfg. |
|
Tarnopol |
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Juli |
Cholm, Lublin |
|||
August |
Weichsel, Baranow |
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September |
Weichsel, Baranow |
|||
Oktober |
Weichsel, Baranow (Lagekarte) |
|||
November |
z. Vfg. |
|
Weichsel, Baranow |
1945
Datum |
Ort |
|||
Januar |
z. Vfg. |
|
Weichsel, Baranow |
|
Februar |
Glogau, Lauben |
|||
März |
z. Vfg. |
Bautzen (Lagekarte) |
||
April |
Oderberg, Mährisch Ostrau |
|||
Mai |
Troppau, Grätz |
2. Divisionskommandeure:
1. November 1940 Generaloberst Hans-Valentin Hube
15. September 1942 Generalleutnant Günther Angern
Neuaufstellung der Division nach der Vernichtung in Stalingrad:
2. Februar 1943 Oberst Rudolf Sieckenius (Führerreserve OKH, Führer des Auffangstabes der 16. Panzer-Division in Frankreich)
5. März 1943 Oberst Rudolf Sieckenius (mit der Führung beauftragt)
1. Juni 1943 Generalmajor Rudolf Sieckenius
1. November 1943 Generalmajor Hans-Ulrich Back
14. August 1944 Generalleutnant Dietrich von Müller
März 1945 Oberst Theodor Kretschmer m.F.b.
19.April 1945 Oberst Kurt Treuhaupt
3. Gliederung:
16. Panzerdivision 1941 Ostfront
Panzer-Regiment 216. Panzerdivision 1943 Ostfront
Panzer-Regiment 2Panzer-Aufklärungs-Abteilung 16
Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 274
Panzer-Nachrichten-Abteilung 16
4. Ersatz:
Für die Ersatzgestellung des Stabes war das Schützen-Ersatz-Bataillon 64, später Panzergrenadier-Ersatz-Bataillon 64, zuständig.
5. Literatur:
Geschichte der 16. Panzer-Division - Weg und Schicksal
Die 16. Panzer-Division (Bildband)
Bildband der 16. Panzer-Division 1939 - 1945
|
Zwei Sd.Kfz. 250 in Rußland 1941. |